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   Pharmabericht
Zeitschrift online - Ausgabe 02-04    
Anwendungsbeobachtung
Moderne Schizophrenie-Therapie mit Ziprasidon

Atypika zeigen sich den klassischen Neuroleptika in praktisch allen Behandlungsaspekten überlegen, am auffallendsten durch die fehlende oder seltenere Auslösung motorischer Nebenwirkungen wie extrapyramidalmotorischer Störungen (EPMS), so Prof. Dr. med. Max Schmauß,Augsburg. Das atypische Antipsychotikum Ziprasidon bietet für Patienten spezifische Vorteile wie z. B. aufklarende Wirkung, metabolische Sicherheit und Gewichtsneutralität, so das Fazit von Experten nach einer Phase-III-Studie und einer Anwendungsbeobachtung an mehr als zweitausend Patienten.

Substanzspezifisch ist Ziprasidon, Agonist am 5-HT1A-Rezeptor, vermutlich verantwortlich für die von vielen Patienten berichtete Aktivierung und gesteigerte Wachheit. So zeigte sich in einer Studie nach Therapieumstellung von Olanzapin bzw. Risperidon auf Ziprasidon nicht nur eine Besserung der kognitiven Leistungen der Patienten, auch die soziale Beziehungsfähigkeit nahm zu. Dass Ziprasidon offenbar auch eine affektive bzw. depressive Begleitsymptomatik positiv beeinflussen kann, führt Schmauß auf die Ziprasidon-eigene serotonerge und noradrenerge Wiederaufnahmehemmung zurück.

Ergebnisse der ZEISIG-Studie
Prof. Dr. med. Dieter Naber, Hamburg, stellte die Ergebnisse der „Ziprasidone Experience in Schizophrenia in Germany/ Austria“ (ZEISIG)-Studie vor. In der alltagsnahen prospektiven Phase-III-Studie an 276 zumeist erfolglos oder mit nicht tolerierten Nebenwirkungen, wie z. B. Gewichtszunahmen, vorbehandelten Patienten mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung kam es im Completerkollektiv zu einer kontinuierlichen und hoch signifikanten Besserung der Positiv- und Negativsymptomatik.

Der klinische Gesamteindruck hatte sich bei 62% der Patienten stark oder sehr stark gebessert. Auch Therapietreue und subjektives Wohlbefinden der mit Ziprasidon behandelten Patienten waren signifikant und klinisch relevant angestiegen.Als optimaler Dosisbereich erwiesen sich bei der Mehrzahl der Patienten (64%) 120 – 160 mg/Tag Ziprasidon. Bei den als Sicherheitskollektiv ausgewerteten Patienten besserten sich die EPMS unter Ziprasidon signifikant. Außerdem kam es zu einer signifikanten Besserung der Lipidwerte wie Triglyzeride, LDL und Gesamtcholesterin sowie einer leichten Besserung der Glukose-Werte.

Ein erhöhtes Diabetes-Typ-2-Risiko, wie es für die Behandlung mit verschiedenen anderen Atypika diskutiert wird, ist unter Ziprasidon also kaum zu befürchten. Kein Patient brach die Studie aufgrund eines kardialen Ereignisses ab.

An der „Zeldox® Prospektive Kohorten- Studie” (ZEPKO), die Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Möller, München, vorstellte, nahmen 2.460 stationär oder ambulant behandelte Patienten aus Deutschland mit akut exazerbierter oder chronisch stabiler schizophrener Erkrankung teil.

Die prospektive Kohortenstudie ZEPKO
Nach den psychometrischen Ratingskalen BPRS und SANS kam es während der zwölfwöchigen Beobachtungsdauer zu einer signifikanten Besserung der positiven Symptome und „bemerkenswert und statistisch hochsignifikant“ der Negativsymptomatik. Bei etwa 85% der Teilnehmer wurde der klinische Gesamtzustand zu Studienende nach CGI als besser, viel besser oder sehr viel besser beurteilt. „Psychische Erregung“, vermutlich im Gefolge der 5- HT1A-Rezeptor-vermittelten Aktivierung, wurde als häufigste, mit 2,9% aber dennoch seltene Nebenwirkung berichtet. EPMS und Akathisie besserten sich im Verlauf signifikant, die EPMS-Inzidenz lag unter 1%. Ohne besondere diätetische Maßnahmen sank das Körpergewicht im Kollektiv um mehr als ein Kilogramm.

Zwei Drittel der Patienten beurteilten Ziprasidon wegen der guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Gewichtszunahme positiv, etwa die Hälfte sah – verglichen mit anderen Neuroleptika – zusätzlich Vorteile in der Wirksamkeit gegen negative und positive Symptome.Als besonders positiv bewertete Möller, dass weniger als 10% der Patienten die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen beendeten. Übereinstimmend empfahlen Schmauß, Naber und Möller, Ziprasidon nicht zu niedrig zu dosieren. In der Regel sei eine Tagesdosis von mindestens 120 mg oder mehr anzustreben. Die Umstellung von anderen Antipsychotika sollte am besten überlappend erfolgen.

Quelle: „Moderne Schizophreniebehandlung mit Zeldox®:
Wirksam, sicher, verträglich“, 2. Dezember 2003, Hamburg; Pfizer Neuroscience

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Zuletzt geändert am: 21.03.2004