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   06.12.2005
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Abtreibungspille mit tödlicher Infektion in Verbindung gebracht

Wissenschaftler machen ein tödliches Bakterium für den Tod von vier Frauen verantwortlich, die eine Abtreibung mit der Abtreibungspille Mifepristone hinter sich hatten. Mediziner warnen nun davor, dass diese Methode möglicherweise zu einem höheren Mortalitätsrisiko führen kann, als chirurgische Abtreibungsmethoden, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe.
Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch durch die Abtreibungspille ist jedoch nur bis zur siebten Schwangerschaftswoche (49. Tag der Schwangerschaft) erlaubt. Experten hatten diese Methode als schonende Alternative zu den chirurgischen Eingriffen wie Absaugmethode und Kürettage angesehen, die als deutlich riskanter eingestuft werden. In Frankreich ist die Abtreibungspille Mifepristone auch Mifegyne (auch unter dem Namen RU 486 bekannt) bereits seit 1988 zugelassen, England und Schweden folgten.

Anfang Juli 1999 erhielt Mifegyne auch in Deutschland die Zulassung, kurz danach auch in Österreich, Belgien, Holland, Dänemark, Griechenland, Finnland, Spanien und der Schweiz. Seit September 2000 ist das Medikament auch von der US-Food and Drug Administration zugelassen worden und damit in den USA erhältlich. Die Hersteller dürfen das Präparat allerdings nur an zugelassene Kliniken und Arztpraxen abgeben. Mifegyne darf nur unter strenger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Der herkömmliche Vertriebsweg über den Großhandel und die Apotheken ist damit ausgeschlossen.

"Die vier Todesfälle zeigen, dass es ein erhöhtes Infektionsrisiko gibt, das mit dem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch in Verbindung gebracht wird", meint Marc Fischer vom US Centers for Disease Control and Prevention. Das Risiko scheine zwar eher mit dem gesamten Prozedere rund um die medikamentöse Abtreibung ausgehen, als durch das Präparat selbst, räumt der Mediziner ein.

Die vier Frauen sind an einer sehr seltenen Uterus-Infektion, hervorgerufen durch das Bakterium Clostridium sordelli, gestorben. C. sordelli lebt normalerweise im Darm und kommt auch in der Vagina vor, nicht aber im Uterus. Die Mikrobe verursacht ein tödliches Schocksyndrom. Tödliche C. sordelli-Infektionen sind äußerst selten.

Für die Mediziner bleibt außerdem unklar wie C. sordelli in den Uterus der verstorbenen Frauen gelangen konnte. Es gebe keinen Nachweis dafür, dass das Medikament dafür in Frage kommt, erklärt eine Sprecherin des US-Vertriebsfirma des Präparats, Danco Laboratories. "Dass es in der Manipulation des Verfahrens zu Problemen kommen kann, ist nicht auszuschließen", meint der Wiener Gynäkologe Leo Auerbach im pressetext-Interview. Allerdings sei die gesamte Geschichte an den Haaren herbei gezogen, meint der Experte. Das ermittelte Risiko an den Folgen von Mifegyne zu sterben, liegt zehn Mal höher als jenes der Kürettage. Seit September 2000 haben 460.000 das Präparat genommen, fünf sind daran gestorben. Im Vergleich dazu liegt die Mortalitätsrate bei der Kürettage bei eins zu einer Mio.

"Die Zahl der Todesfälle ist und bleibt verschwindend klein", argumentiert der Mediziner. "Der Schluss, dass C. sordelli durch das Präparat verursacht wurde, ist nicht nachvollziehbar", meint Auerbach im pressetext-Gespräch abschließend.

Das geben auch US-Experten zu. "Bei beiden Methoden sind die Sterblichkeitsraten gering", so David Grimes von Family Health International, einer Non-Profit-Organisation aus dem Research Triangle Park in North Carolina. Alle medizinisch durchgeführten Schwangerschaftsabbrüche sind jedenfalls bei weitem sicherer als illegale Abtreibungen.

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Zuletzt geändert am: 06.12.2005