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   17.01.2006
Infos für Ärzte    
 

Momentane Erkältungs-Erreger: Humanes Metapneumovirus, Rhinovirus, RSV, Mycoplasma pneumoniae

Welche Erkältungsviren und -bakterien derzeit von "Nase zu Nase" wandern, überwachen die Wissenschaftler des Forschungsnetzwerkes PID-ARI.net. Ab sofort gibt das Netzwerk jede Woche aktuell eine Zusammenfassung seiner Surveillance-Daten als "Hitliste" der häufigsten Erreger heraus.


Zahlreiche Viren und Bakterien können eine schwere "Erkältung" oder - wie Fachleute sagen - tiefe Atemwegsinfektion auslösen. Denn nicht immer bleibt es beim harmlosen Schnupfen. Schätzungsweise 78.000 Kinder müssen laut PID-ARI.net jedes Jahr in Deutschland ins Krankenhaus wegen Bronchitis, Lungenentzündung oder anderen Folgen einer Atemwegsinfektion.


Hitliste der 3. Kalenderwoche*

Folgende Erkältungs-Erreger sind momentan in Deutschland besonders aktiv:
1. Humanes Metapneumovirus
verursacht verschiedenste Infektionen der oberen und/oder der unteren Atemwege, Fieberkrämpfe; erstmals 2001 in den Niederlanden isoliert; erster Nachweis des Virus in Deutschland im Februar 2003 durch PID-ARI.net, daher insgesamt noch wenig Daten. Kann aber ganz eindeutig auch schwere Atemwegsinfektionen hervorrufen. Therapie: -/- Vorbeugung: -/-

2. Rhinovirus
klassische Erreger des „einfachen Schnupfens“; können aber auch Erkrankungen der tiefen Atemwege verursachen und sind dabei sogar die „Nummer 1“; vor allem bei Kindern auch Bronchitis oder daraus hervorgehend eine Lungenentzündung. Risikogruppen: Kinder mit Asthma, Allergien, bronchopulmonale Dysplasie (Fehlbildung des Bronchien- und Lungengewebes) und zystischer Fibrose. Therapie: kann nur Symptome lindern. Vorbeugung: -/-

3. Respiratory Syncytial Virus (RSV); nach Rhinoviren der zweit häufigster Erreger einer Lungenentzündung im Kleinkindesalter; zur Krankenhauseinweisung führen neben einer Lungenentzündung auch eine obstruktive Bronchitis/Bronchiolitis; Atemstillstand kann insbesondere bei Frühgeborenen das vorherrschende Symptom sein. Vereinzelt kann eine RSV-Infektion sogar tödlich enden. Risikogruppen: Kinder mit schweren chronischen Lungenkrankheiten (bronchopulmonaler Dysplasie), angeborenem Herzfehler oder auch Frühgeborene. Therapie: nur symptomatisch. Vorbeugung: Wiederholte Gaben von RSV-Immunglobulin für Hochrisikogruppen über die gesamte RSV-Saison hinweg)

und Mycoplasma pneumoniae (Bakterium); verursacht Lungenentzündung sowie verschiedene andere Infektionen der Atemwege; Komplikationen sind häufig z. B. Hirnhautentzündung, Gelenkbeschwerden, Blutarmut durch Zerfall der roten Blutkörperchen, Hautausschläge. Risikogruppen: die meisten Infektionen betreffen Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 15 Jahren. Therapie: Antibiotika. Vorbeugung: -/-)

*(Rangordnung der wichtigsten Erreger für die 1. Kalenderwoche, die bis zum 13. Januar nachgewiesen wurden)

Ausführliche Informationen, Steckbriefe zu einzelnen Erregern sowie Grafiken im Internet unter http://www.pid-ari.net.

Seit 1996 sind die Wissenschaftler des Netzwerkes PID-ARI.net den Übeltätern auf der Spur. Mit einem weltweit einzigartigen Test können sie insgesamt 19 Viren und Bakterien aufspüren, das ist ein Großteil der heute bekannten "Erkältungs"-Erreger. Geschaut wird nur nach jenen Viren und Bakterien, die nicht ständige "Untermieter" in unseren Atemwegen sind. Wird also einer der 19 Erreger nachgewiesen, macht er sehr wahrscheinlich auch krank. Zu rund 70% verursachen Viren die Infektionen, Antibiotika helfen daher nur selten.


Quelle: Stiftung Präventive Pädiatrie

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Zuletzt geändert am: 17.01.2006