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Der weitaus größte Anteil der deutlich auf 23,4 Milliarden Euro gestiegenen Arzneimittelkosten zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ging an die Pharma-Industrie. Ihr Anteil an den GKV-Ausgaben für Medikamente wuchs von 12,9
Milliarden Euro 2004 auf 15,3 Milliarden 2005, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Mittwoch in
Berlin mit.
Mit voraussichtlich 23,4 Milliarden Euro gaben die gesetzlichen Krankenkassen 3,1 Milliarden Euro mehr für Medikamente aus als nach den offiziellen Zahlen von 2004.
ABDA-Geschäftsführer Frank Diener kritisierte, der Bund habe erwartbare Kostensteigerungen durch neue Medikamente nicht genügend in Prognosen berücksichtigt. Dies sei ein hauptsächlicher Grund dafür, dass die vorgesehenen Einsparungen durch die Gesundheitsreform 2004 nicht wie erwartet eingetreten seien.
Nach Angaben des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie wurde der Ausgabenanstieg, der im Vergleich zu 2002 nur sechs Prozent betragen habe, durch Inflation und höhere Löhne «mehr als kompensiert». Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp sagte, der größte Kostentreiber werde der Staat sein, wenn die geplante Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent an die Kassen durchgereicht werde.
Von den 23,4 Milliarden Euro des Jahres 2005 entfielen 3,9 Milliarden Euro auf die Apotheken, 3,2 Milliarden Euro auf die
Mehrwertsteuer und eine Milliarde auf den Großhandel. Die Umstellung auf neue Arzneimittel machte den größten Anteil der Mehrausgaben aus.
Die Gmünder ErsatzKasse GEK kritisierte Verordnungen unnötig teurer Medikamente in großem Umfang und einen Trend zu Großpackungen. Mit einem Arzneimittel-Spargesetz will die große Koalition künftig jährlich 1,3 Milliarden Einsparungen für Arzneimittel zu Gunsten der GKV erreichen.
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