Benigne Prostatahyperplasie: ab 25ml Prostatavolumen besser kombiniert behandeln
Für Patienten mit kleiner Prostata ist eine Monotherapie mit einem Alphablocker ausreichend, Patienten mit mäßig bis stark vergrößerter Drüse profitieren dagegen von der Kombinationtherapie aus Finasterid und einem Alphablocker in erheblich höherem Maße als von den jeweiligen Monotherapien, so das Ergebnis einer Analyse auf Basis der MTOPS-Studie.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Prostatavolumen und dem Therapieerfolg bei der benignen Prostatahyperplasie, gemessen an der klinischen Progression? Und falls ja, lässt er sich für die Therapieplanung nutzen? Diesen Fragen ist das Team um Steven A. Kaplan, New York, nachgegangen. Die Antwort: Es gibt einen solchen Zusammenhang – für Patienten mit kleiner Prostata ist eine Monotherapie mit einem Alphablocker ausreichend. Patienten mit mäßig bis stark vergrößerter Drüse profitieren dagegen von der Kombinationtherapie aus Finasterid und einem Alphablocker in erheblich höherem Maße als von den jeweiligen Monotherapien.
Basis der Analyse waren die Ergebnisse der MTOPS*-Studie, in der die Kombination aus Finasterid und Doxazosin mit den beiden Wirkstoffen in Monotherapie gegenüber Plazebo verglichen wurde. Teilnehmer waren 3047 Männer über 50 Jahren mit einer Prostatahyperplasie unterschiedlichen Ausmaßes. Behandelt wurde im Mittel 4,5 Jahre. Dabei zeigte sich, dass die Kombination den Einzelsubstanzen signifikant überlegen war: Das Risiko einer Krankheitsprogression** sank um 66 % versus 39 % unter Doxazosin-Monotherapie und 34 % unter Finasterid-Monotherapie, jeweils versus Placebo.
Kaplan und Kollegen konnten in ihrer Arbeit, die in der Fachzeitung „Journal of Urology“ veröffentlicht wurde, zeigen, dass nicht nur Patienten mit einer großen Prostata (>40 ml) von der Kombinationstherapie aus Finasterid plus Alphablocker profitierten. Der Nutzen für Patienten die eine Prostatagröße von 25-40 ml erwiesen, war vergleichbar groß: Ihr Risiko für ein klinisches Fortschreiten der Hyperplasie sank um etwa die Hälfte verglichen mit den Patienten, die eine Monotherapie mit Doxazosin oder Finasterid erhalten hatten. Sowohl der Symptomenscore als auch der maximale Harnfluss verbesserten sich unter der Kombinationstherapie signifikant stärker als unter den jeweiligen Monotherapien. Außerdem konnte das Risiko, sich einem operativen Eingriff an der Prostata unterziehen zu müssen, bei diesen Patienten um 70 % versus der Monotherapie mit Doxazosin reduziert werden.
Bei Männern mit kleinerer Prostata unter 25 ml Volumen machte es dagegen im Hinblick auf die Krankheitsprogression keinen Unterschied, welche Therapie sie bekamen. Auch bei der Verbesserung der Symptomatik zeigte sich kein Unterschied zwischen Kombinations- und Doxazosinarm.
* Medical Therapy of Prostatic Symptoms
** definiert als Anstieg im Symptomenscore der American Urological Association um
4 Punkte oder mehr, akuter Harnverhalt, Inkontinenz, Niereninsuffizienz oder rezidivierende Harnwegsinfektionen
Quelle: Steven A. Kaplan et al.: Combination Therapy With Doxazosin and Finasteride for Benign Prostatic Hyperplasia in Patients With Lower Urinary Tract Symptoms and a Baseline Total Prostate Volume of 25 ML or Greater, Journal of Urology 2006: 175, 217-221