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19.04.2006 |
Gesundheitspolitik |
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Internisten setzen auf Reparatur von Organen mittels Gewebezüchtung |
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Deutschlands Internisten setzen zunehmend auf die regenerative Medizin. So sollen zum Beispiel Herz oder Lunge bei Schäden zur Neubildung von Zellen angeregt werden. Erfolge gibt es bereits beim Einsatz von Stammzellen, die im Herz neues Gewebe bilden.
«Wir haben die Schwelle zur Anwendbarkeit überschritten, wir können künftig strukturverbessernd in Organe eingreifen», sagte der Vorsitzende der Gesellschaft für innere Medizin, Prof. Werner Seeger, am Mittwoch in Wiesbaden. Dort beginnt am Wochenende der 112. deutsche Internistenkongress mit voraussichtlich 6000 bis 7000 Teilnehmern. Spürbare Fortschritte seien dabei innerhalb von zehn Jahren zu erwarten, sagte Seeger.
Eine Untersuchung unter Leitung Frankfurter Forscher an mehr als 200 Patienten mit frischem Herzinfarkt hatte beispielsweise ergeben, dass aus dem Knochenmark der Patienten gewonnene Stammzellen eine erhebliche Funktionsverbesserung des Herzens bewirkten. Salamander seien sogar in der Lage, Herzzellen komplett zu ersetzen, wenn ihnen ein Teil des Organs abgeschnitten werde, sagte Seeger. Ähnliche Reparaturprozesse existierten auch im menschlichen Körper zum Beispiel für die Lunge und müssten nur angestoßen werden. So sei nach experimentellen Untersuchungen ein Wiederaufbau der feinen Lungenbläschen möglich. «Wir haben begonnen, in eine atemberaubende Richtung zu gehen.»
Beim Kongress ist auch ein Symposium über neue Behandlungsmethoden der Leberzirrhose geplant; bei diesem missglückten körpereigenen Reparaturversuch von geschädigten Leberzellen wird das Organ mit Bindegewebe umschlossen und so funktionsunfähig. In Experimenten sei es schon gelungen, diesen Prozess deutlich zu hemmen, berichtet die Gießener Forscherin Prof. Elke Roeb.
Der Kongress dauert bis zum 26. April. Neben zahlreichen Vorträgen für die ärztliche Fortbildung gibt es eine «Brennpunkt-Sitzung» zum Thema Vogelgrippe und Symposien zur Situation junger Ärzte sowie einen Vortrag zum Wissenschaftsstandort Deutschland. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit hätten die Krankenkassen in den vergangenen Jahren erhebliche Beitragseinbußen erlitten, bedauerte Seeger. Der Gesundheitssektor mit derzeit 4,2 Millionen Beschäftigten müsse stärker auch als Jobmotor gesehen werden. Zum Vorschlag eines «Gesundheitssoli» wollte der Mediziner sich nicht äußern.
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Zuletzt geändert am: 19.04.2006 |
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