zur Startseite

  Fr, 30.07.10 - 20:15
 Aktuelle Infos für Ärzte
 Gesundheitspolitik
 Schwerpunktthema
 Praxismanagement
 Kongresskalender
 Archiv
 

Artikelselektion nach:
 Erweiterte Suche
 
 
 Kooperationspartner
 Patienteninfos
 Praxis-Service
 Nützliche Links
 Newsletter-Abo
 Kontakt
 Download
 Datenschutz
 Impressum
 Home
   12.05.2006
Infos für Ärzte    
 
Einsatz von Ankerschirmchen im Herzen kann Häufigkeit von Migräneattacken senken

Was hat ein „Loch im Herzen“ mit Migräne zu tun? Eine erstaunliche Antwort gibt eine aktuelle Studie aus England, wie kürzlich im Deutschen Ärzteblatt[i] zu lesen war: Deutlich über die Hälfte der untersuchten Migränepatienten wies ein Loch in der Herzscheidewand auf, ein so genanntes persistierendes Foramen ovale (PFO). Weiterhin fand die Studie heraus, dass der Verschluss des PFO mit innovativen Ankerschirmchen die quälenden Kopfschmerzen zwar nicht vollständig verschwinden ließ, aber doch die Häufigkeit der Attacken um die Hälfte reduzieren konnte.



Die Experten sind optimistisch, dass weitere Studien helfen werden, Patientengruppen zu identifizieren, für die der schonende Eingriff eine neue therapeutische Alternative in der Behandlung ihrer Migräne sein kann.

Migräne ist mit den Kopfschmerzen, die jeder hin und wieder einmal hat, nicht zu vergleichen. Rund 8 Millionen Menschen leiden allein in Deutschland unter den heftigen Schmerzattacken, die mit Übelkeit, Sehstörungen und schlimmstenfalls sogar mit Lähmungen einhergehen können. Mehrere Studien geben inzwischen Grund zur Hoffnung, dass Migräne-Patienten, die gleichzeitig ein Loch in der Herzscheidewand (PFO) haben, in Zukunft von der Alternative zur medikamentösen Behandlung profitieren könnten.


PFO – Gefahr für die Gesundheit

Der Defekt in der Herzscheidewand ist sehr verbreitet und bereitet meist keine gesundheitlichen Probleme. Unter bestimmten Umständen kann er allerdings einen Risikofaktor für einen Schlaganfall darstellen. Denn ein Blutgerinnsel kann durch die Öffnung vom rechten Vorhof des Herzens in den linken übertreten und vom Blutstrom ins Gehirn gespült werden, wo es ein Gefäß verstopft. Die Folge ist ein Schlaganfall oder dessen Vorläufer, ein vorübergehender Sauerstoffmangel im Gehirn, TIA (transitorische ischämische Attacke) genannt.


Hilfe dank Ankerschirmchen

Wird – zumeist erst nach einem Schlaganfall oder einer TIA – ein solches Loch im Herzen entdeckt, sollte es prophylaktisch verschlossen werden, um erneute Ereignisse zu verhindern. Früher mussten die Ärzte eine risikoreiche Operation am offenen Herzen durchführen. Heute kann der Defekt dank innovativer Technologie in einem gerade einmal einstündigen Eingriff wirkungsvoll behoben werden. Der Kardiologe führt dazu per Katheter ein so genanntes Ankerschirmchen von der Leiste her durch das PFO hindurch. Auf beiden Seiten des Loches wird jeweils eine kleine anker- bzw. schirmartige Vorrichtung aufgespannt und zusammengezogen, so dass sie den Defekt wie ein Deckel sicher verschließt. Das Ankerschirmchen passt sich der Herzscheidewand des Patienten an und wächst innerhalb weniger Monate ein.

Dass das in der Schlaganfallprophylaxe bereits etablierte Verfahren als Chance für die Migränebehandlung entdeckt wurde, geschah eher zufällig. Forscher fanden heraus, dass sich die Migräne von Patienten, deren PFO aufgrund eines erfolgten Schlaganfalls oder einer TIA verschlossen wurde, deutlich besserte oder ganz verschwand. Das Potenzial von PFO-Ver­schlusssystemen für die Migränetherapie wird derzeit in weiteren Studien untersucht.

Quelle: Aktion Meditech

Beitrag bewerten (nach Schulnoten):
1 2 3 4 5 6
1 = sehr gut ... 6 = ungenügend
Stichwortsuche:
   Migräne>>
Weitere Artikel zu diesem Thema:
   Osteopathie bei Migräne: Studie belegt Erfolg bei Kindern und Jugendlichen (14.06.2010)
   Süßigkeiten als Auslöser für Migräne? (30.03.2010)
   Migräne: Neues Gerät mit Magnetimpulsen soll Schmerzen rasch lindern (24.03.2010)
   Beweis erbracht: Reiner Sauerstoff hilft gegen Clusterkopfschmerz (09.02.2010)
   Weniger Migräneanfälle in der Schwangerschaft (20.01.2010)
   Vorbeugung und Akutbehandlung der Migräne 2006 (04/06)
   Eine Sonderform – die menstruell bedingte Migräne (04/03)
   Empfehlungen der DMKG zur Selbstmedikation bei Spannungskopfschmerzen und Migräne (01/03)
   Diagnostik, Therapie und Prophylaxe (01/03)

Zuletzt geändert am: 12.05.2006