Fortschritte in der Therapie der bakteriellen Konjunktivitis mit Levofloxacin
Die bakterielle Konjunktivitis ist eine der häufigsten Augeninfektionen in der Praxis des niedergelassenen Ophthalmologen. Für die meist sehr unangenehme Infektion der Augen gibt es jetzt eine neue Therapie-Option, das hocheffiziente Antibiotikum Levofloxacin aus der Gruppe der Fluorochinolone. Seine sehr gute Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in klinischen Studien und aktuell in einer breit angelegten Anwendungsbeobachtung nachgewiesen.
Hohe Effizienz dank 100% aktivem Wirkstoff
Der neue Wirkstoff Levofloxacin ist eine Weiterentwicklung des bekannten Wirkstoffs Ofloxacin. Es ist gelungen, einen reinen Wirkstoff herzustellen, der ausschließlich aus der linksdrehenden
L-Form von Ofloxacin besteht. Ofloxacin dagegen besteht zu gleichen Teilen aus den spiegelbildlichen Isomeren der L- und der D-Form. Die D-Form ist aber nur sehr schwach antibiotisch wirksam. Bei Augentropfen mit Levofloxacin, das zu hundert Prozent aus antibiotisch voll wirksamen Molekülen besteht, ist also auch der Wirkstoff zu 100% aktiv: wichtig für eine schnelle und effektive Bekämpfung der Keime.
Bessere Penetration sorgt für hohe antibakterielle Wirksamkeit
Bei der Therapie bakterieller Infektionen des Auges kann es wichtig sein, wie gut der Wirkstoff in die Vorderkammer gelangt. Verschiedene Parameter spielen dabei eine Rolle. Im Vergleich zu den bisher bekannten Wirkstoffen aus der Gruppe der Gyrasehemmer hat Levofloxacin den Vorteil einer besonders hohen Wasserlöslichkeit. Es ist z.B. 10-fach besser wasserlöslich als Ofloxacin. Das ermöglicht, dass Levofloxacin-Augentropfen höher konzentriert werden können. Levofloxacin ist als 0,5 prozentige Lösung auf dem Markt, Ofloxacin dagegen nur als 0,3 prozentige Lösung. Stellt man nun noch in Rechnung, dass Levofloxacin (OftaquixTM) ausschließlich das voll aktive, linksdrehende Isomer als Wirkstoff enthält, ergibt sich gegenüber Ofloxacin ein Faktor von 3,3 für die Wirkstoffmenge von Levofloxacin, die tatsächlich in die Vorderkammer gelangt. Daher ist eine „aut idem“ Substitution von Levofloxacin nicht zulässig.
Besonders breites Wirkspektrum
Aufgrund der höheren Konzentration kann Levofloxacin seltener getropft werden und erreicht die Mittlere Hemmkonzentration (MHK 90) der meisten gram-positiven und gram-negativen Bakterien. Vergleichsstudien zeigen: Levofloxacin ist hochsignifikant überlegen bei Streptokokken im Vergleich zu Ofloxacin und Ciprofloxacin. Auch bei Staphylokokken und anderen grampositiven Bakterien erweist sich Levofloxacin als die stärker wirksame Substanz. In der Therapie des hoch pathogenen „Problemkeims“ Pseudomonas aeruginosa galt bislang Ciprofloxacin als Standard. Levofloxacin hat gegenüber diesem Bakterium in vitro eine etwas schwächere Wirksamkeit als Ciprofloxacin. Da Levofloxacin aber in etwa 7fach größerer Menge in die Vorderkammer gelangt als Ciprofloxacin, ist die klinische Wirksamkeit im Ergebnis mindestens gleich gut zu bewerten. In der Therapie des Bakteriums Haemophilus influenzae wiederum, das bei Kindern häufig vorkommt, ist Levofloxacin bereits in vitro, ohne Berücksichtigung der günstigeren Pharmakokinetik, mit Ciprofloxacin gleichwertig. Im Vergleich zu Ofloxacin hat Levofloxacin in vitro generell eine etwa doppelt so starke antibakterielle Wirkung.
Levofloxacin zeigt, anders als Antibiotika, die bereits länger in der Anwendung sind, bisher noch eine sehr geringe Resistenzrate. Die hohe Konzentration am Wirkort bietet zudem eine besonders große Sicherheit, da sich die Keime effizienter abtöten lassen. Der behandelnde Arzt wird aus diesem Grund zur Therapie in hohen Dosen über einen kurzen Zeitraum raten.
Zufriedene Patienten, zufriedene Ärzte
In einer breit angelegten Anwendungsbeobachtung wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit von Levofloxacin Augentropfen unter den üblichen Anwendungsbedingungen in der therapeutischen Praxis beobachtet. Mehr als 11.000 Patienten, bei denen eine bakterielle Augeninfektion vermutet wurde, nahmen teil, mit hervorragenden Ergebnissen: Die Wirksamkeit von Levofloxacin wurde von Ärzten in 91,7% der Fälle und von 90,6% der Patienten mit „ausgezeichnet“ oder „gut“ beurteilt. Die Zufriedenheit der Patienten spiegelt sich auch in der hervorragenden Compliance wieder, die von 93,8% der Patienten als „ausgezeichnet“ oder „gut“ angegeben wurde.
Bei Kindern besonders gute Ergebnisse.
Bei Kleinkindern (1 bis 5 Jahre alt) zeigte sich unter der Therapie mit Levofloxacin eine besonders deutliche Verbesserung der Symptomatik. Fast zu jedem Symptom ergab sich eine Verbesserung bei mehr als
90% der Patienten. Der pH-Wert von 6,5 sorgt dafür, dass die Augentropfen nicht brennen. Dank der daraus resultierenden Compliance sind sie für die Behandlung bakterieller Konjunktividen bei Kindern besonders gut geeignet. Levofloxacin ist empfohlen für Kinder ab 1 Jahr.