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   07.04.2002
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Trotz hochaktiver HIV-Therapie besteht die gefährliche Komplikation weiterhin

Die Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) hat zu einem deutlichen Abfall assoziierter Erkrankungen wie beispielsweise den opportunistischen Infektionen bei HIV-Patienten geführt. Auch die Todesraten sind zum Teil dramatisch gesunken. Trotz dieser objektiven Verbesserungen leiden allerdings nach wie vor sehr viele Patienten unter einem HIV-assoziierten Wasting-Syndrom. Hierauf hat Dr. Clément Olivier aus Genf auf einer Veranstaltung während der 9. Münchener AIDS-Tage hingewiesen.
Olivier stellte eine Analyse zur Charakterisierung des Wastings-Syndroms bei HIV-positiven Patienten vor. In diese Analyse wurden 215 HIV-positive Patienten eingeschlossen, die zwischen 1997 und 2000 an einer klinischen Studie teilnahmen, deren primäres Ziel es war, die anabolen Effekte einer Therapie mit Wachstumshormon zu untersuchen. Vergleichsdaten wurden aus einer Kohorte von Patienten aus der prä-HAART Ära gewonnen. Alle Patienten erhielten eine antiretrovirale Therapie, wovon fast 69% mit einem Proteaseinhibitor behandelt wurden. Nach Angaben des Referenten eignet sich vor allem der Body Mass Index (BMI) neben der Bestimmung der bioelektrischen Impedanz (BIA) sehr gut zur Einschätzung des Ausmaßes eines Wasting-Syndroms.


So zeigte sich bei 44 Männern, bei denen die Zellmasse mittels bioelektrischer Impedanzanalyse und die ‚fettfreie’ Magermasse (LBM = Lean Body Mass) mit Hilfe der Röntgenabsorptiometrie (DXA) bestimmt wurde, eine deutliche und statistisch signifikante Korrelation (r = 0,79, p < 0,0001). „Legt man die neuen Therapierichtlinien aus dem Jahre 2000 zugrunde, erfüllten alle Patienten das Kriterium von 10% Gewichtsverlust und 22% das BMI-Kriterium für Wasting (? 20kg/m2)“, so der Experte. Im Vergleich dazu erfüllten nur 5% das Kriterium für Wasting unter Zugrundelegung des Quotienten aus Zellmasse (BCM) und Gewicht (? 35%). Wie Olivier abschließend betonte, sei die Messung der Lean Body Mass ein zentraler und sehr wichtiger Parameter im Management der HIV-Erkrankung.

Quelle: Serono-Satellitensymposium anlässlich der 9. Münchener AIDS-Tage, 15.2.2002

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Zuletzt geändert am: 07.04.2002