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   16.04.2003
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Ramipril vorteilhaft nach akutem Herzinfarkt

In einer neuen Untersuchung wurde festgestellt, dass Patienten, die im Anschluss an einen schweren Herzinfarkt mit dem Angiotensin Converting Enzym (ACE)-Hemmer Ramipril behandelt wurden, eine signifikant geringere Mortalität und Inzidenz schwerer koronarer und zerebrovaskulärer Ereignisse aufwiesen als Patienten, die andere ACE-Hemmer erhielten. Bei der Untersuchung wurden die Auswirkungen der Behandlung mit Ramipril - im Vergleich zu anderen ACE-Hemmern - bei Patienten analysiert, deren Daten in dem prospektiven, multizentrischen Herzinfarktregister MITRA PLUS erfasst sind.


Eine Reihe von Studien wie z. B. die AIRE-Studie hat bereits aufgezeigt, dass die Behandlung mit ACE-Hemmern die Mortalität in den Wochen direkt nach einem schweren Herzinfarkt reduzieren kann. Die in der Novemberausgabe des American Journal of Cardiology veröffentlichte Untersuchung zeigt jetzt darüber hinaus, dass die Behandlung mit Ramipril im Vergleich zu anderen ACE-Hemmern noch vorteilhafter ist. Dies wurde durch Vergleiche der Mortalitätsraten und in relativen Risikoberechnungen unter Berücksichtigung zahlreicher Einflussfaktoren (Multivarianzanalyse) dokumentiert.

Das Register MITRA PLUS ist eine deutsche prospektive, multizentrische Datenbank zur aktuellen Behandlung von Herzinfarktpatienten (akuter Myokardinfarkt). Von 1992 bis 2002 wurden insgesamt 53.853 Herzinfarktpatienten in die Datenbank aufgenommen. Die Patienten mussten keine vorgegebenen Aufnahmekriterien erfüllen. Die nachstehende Analyse wurde an 14.608 zwischen 1996 und 1998 in Folge aufgenommenen Patienten mit Myokardinfarkt mit ST-Erhöhung durchgeführt. In diesem Zeitraum wurde der verwendete ACE-Hemmer im MITRA PLUS Register dokumentiert: 685 (4,7%) erhielten Ramipril innerhalb von 48 Std. nach Aufnahme, 5.696 (39,0%) wurden mit anderen ACE-Hemmern behandelt und 8.227 (56,3%) erhielten keine ACE-Hemmer. Von den Patienten, die Ramipril erhielten, wurden 89% bei der Entlassung weiter mit Ramipril behandelt.

Die Mortalität der mit Ramipril behandelten Patienten im Krankenhaus lag bei 5,8% gegenüber 8,9% bei den Patienten, die andere ACE-Hemmer erhielten (p<0,05). Die Mortalität im Krankenhaus war bei den Patienten, die gar keine ACE-Hemmer erhielten, mehr als doppelt so hoch wie bei den mit Ramipril behandelten Patienten (12,3% vs. 5,8%; p<0,05). Das Risiko zu versterben war unter der Therapie mit Ramipril um 46% geringer im Vergleich zu anderen ACE-Hemmern, die nichttödlichen Kornar- und cere-brovaskulären Ereignisse um 35% geringer. Die reduzierte Mortalität und die geringere Zahl schwerer koronarer und zerebrovaskulärer Ereignisse in der Ramipril -Gruppe im Vergleich zur Behandlung mit anderen ACE-Hemmern wurde in allen analysierten Untergruppen bestätigt (z.B. Patienten über und unter 70 Jahren; Patienten, die Betablocker / keine Betablocker erhielten; Patienten mit oder ohne Reperfusionstherapie).

„Die Verbesserung der Überlebensraten und der klinischen Prognose bei Patienten mit schwerem Herzinfarkt ist natürlich ein äußerst wichtiges klinisches Ziel,” sagte Prof. J. Senges, Direktor des Herzzentrums Ludwigshafen und Initiator dieser Untersuchung. „Nachdem in klinischen Studien festgestellt wurde, dass ACE-Hemmer im Vergleich zu Placebo die Prognose für die Patienten nachweislich verbessern, deutet diese Analyse nun klar auf einen signifikanten zusätzlichen Vorteil von Ramipril gegenüber anderen ACE-Hemmern hin.”

Herz-Kreislauf-Krankheiten (u.a. Erkrankungen der Koronararterien, Myokardinfarkt, Schlaganfall und Bluthochdruck) sind die führende Todesursache in den Industrieländern. Jedes Jahr sterben weltweit rund 12 Millionen Menschen an Herz-Kreislauf-Krankheiten. In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Krankheiten jedoch drastisch zurückgegangen. Dies ist wahrscheinlich vor allem auf neue, bahnbrechende Arzneimittel wie z.B. Antihypertensiva und lipidsenkende Statine zurückzuführen. ACE (Angiotensin Converting Enzym)-Hemmer finden seit über 10 Jahren zur Behandlung von Hypertonie Anwendung und werden derzeit in den WHO/ISH-Richtlinien als First Line-Therapie bei Hypertonie empfohlen.

Ramipril (Delix®) ist ein ACE-Hemmer zur Behandlung von Hypertonie (Bluthochdruck) und Herzsinsuffizienz nach Myokardinfarkt. Seit die ersten Veröffentlichungen über die HOPE-Studie im Jahr 2000 die Wirksamkeit von Ramipril zur Reduzierung des Risikos von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Todesfällen bei Patienten mit erhöhtem kardiovasculärem Risiko aufgezeigt hatten, wird dieser ACE-Hemmer verbreitet eingesetzt.

Quelle: Aventis Pharma

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Zuletzt geändert am: 16.04.2003