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   12.12.2006
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Sonnenlicht - über Segen oder Fluch entscheidet die Dosis

Anlässlich der Gemeinschaftstagung der Deutschen Gesellschaft für Photobiologie, der Europäischen Gesellschaft für Photodermatologie und der Euro PDT wurde Professor Jörg Reichrath, Leitender Oberarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des UKS am 2.12.2006 in Düsseldorf geehrt. Seit einigen Jahren stellen Untersuchungen zum Vitamin D-Stoffwechsel der humanen Haut und zur biologischen Wirkung des Sonnenlichts einen Schwerpunkt der Forschungstätigkeit von Prof. Reichrath an der Hautklinik des UKS dar.



Ein Dilemma ist, dass Sonnenlicht sowohl negative als auch positive Effekte auf die Haut hat und Empfehlungen zum Umgang mit der Sonne beide Seiten berücksichtigen müssen. Setzt man sich zu lange intensiver Sonnenstrahlung aus, bedeutet dies einen wesentlichen Faktor für die Entstehung von hellem Hautkrebs (kutane Plattenepithelkarzinome und Basalzellkarzinome).

Andererseits weiß man heute, dass ca. 90% des vom menschlichen Organismus benötigten Vitamins D in der Haut unter Einfluss der ultravioletten Strahlung (UV-B) gebildet werden muss. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen eindrucksvoll die große Bedeutung des Vitamin D-Mangels als Risikofaktor für eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen.

Man geht zur Zeit davon aus, dass alleine in den USA jährlich mehr als 20.000 hellhäutige Amerikaner aufgrund eines aus ungenügender UV-Exposition resultierenden Vitamin D-Mangels an Krebserkrankungen versterben. Es gelang Professor Reichrath in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern das Vitamin D-System (Vitamin D Rezeptor sowie 1,25-Dihydroxyvitamin D3-synthetisierende und metabolisierende Enzyme) in normaler humaner Haut, in Hautmalignomen wie dem Basalzellkarzinom und dem malignen Melanom auf molekularer Ebene zu charakterisieren.

In den letzten Jahren konnte er in Zusammenarbeit mit seinem Team zeigen, dass ein konsequenter Sonnenschutz zu klinisch relevantem Vitamin D-Mangel führen kann. Von besonderer Relevanz sind diese neuen Erkenntnisse gerade auch für Sonnenschutzempfehlungen im Rahmen von Hautkrebs-Präventionsprogrammen.

Mit dem Arnold-Rikli-Preis werden von der Jörg Wolff-Stiftung photobiologische Forschungsergebnisse ausgezeichnet. Die Forschungsarbeiten sollen biologische Wirkungen von optischer Strahlung betreffen und direkte Bedeutung für die Humanmedizin haben oder Richtlinien für die zukünftige Forschung liefern.

Quelle: Universität des Saarlandes

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Zuletzt geändert am: 12.12.2006