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   05.06.2003
Infos für Ärzte    
 

Parkinson: Laufbandtherapie verbessert Mobilität

Ein Laufbandtraining steigert die Mobilität bei Patienten mit Morbus Parkinson effektiver als das übliche Gehtraining. Zu diesem Ergebnis kommt eine kleine Untersuchung an der Humaine Klinik Kötzting. Die Patienten auf dem Laufband erreichten nach vier Wochen eine signifikant höhere Gehgeschwindigkeit, Schrittlänge und maximale Gehstrecke als die Vergleichsgruppe.
Die Laufbandtherapie mit partieller Körpergewichtsentlastung ist inzwischen eine etablierte Therapieform in der Behandlung von Patienten mit Querschnittslähmungen, Schlaganfall und Schädel-Hirn-Trauma. Obwohl auch Parkinson-Patienten erhebliche Gangstörungen haben, wurde die Laufbandtherapie bisher für diese Patientengruppe nicht eingesetzt. Einzig eine Arbeit aus Japan ist in der Literatur zur Laufbandtherapie bei Patienten mit Morbus Parkinson (Miayi 2000) zu finden, sodass an der Humaine Klinik in Kötzting aufgrund der eigenen positiven Erfahrungen von Thomas Piefke eine Untersuchung zur Wirksamkeit der Laufbandtherapie durchgeführt wurde.

Methodik:

Insgesamt 10 Parkinson-Patienten mit einem Hoehn & Yahr Stadium von 2,5-4 wurden per Losverfahren in zwei Gruppen unterteilt. Gruppe A (n=5) führte über 4 Wochen täglich die Laufbandtherapie mit partieller Gewichtsentlastung nach sportwissenschaftlichen Kriterien durch, Gruppe B (n=5) erhielt über 4 Wochen tägliche Krankengymnastik mit dem Schwerpunkt Gehtraining. Die Parkinson-Medikation wurde im Untersuchungszeitraum nicht verändert.

Ergebnisse:

Die Patienten der Laufbandgruppe erreichten nach 4 Wochen intensiver und strukturierter Therapie nach sportwissenschaftlichen Kriterien eine signifikant höhere Gehgeschwindigkeit, Schrittlänge und maximale Gehstrecke, während bei den Patienten der Krankengymnastikgruppe keine wesentlichen Änderungen feststellbar waren.
Schlussfolgerung: Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse wird die Auffassung vertreten, dass die strukturierte, nach trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen durchgeführte Laufbandtherapie auch bei Patienten mit Morbus Parkinson effektiv und konventionellen Therapieformen überlegen ist.

Ausblick: Die Laufbandtherapie wird auch in der Behandlung des Morbus Parkinson ein fester Bestandteil der Rehabilitation werden. Weitere Studien, insbesondere zur Therapiedauer und –frequenz, sind notwendig. Eine Fortführung der Studie läuft bereits.




Facts:

Patienten: 10 Patienten mit idiopathischem Parkinsonsyndrom
Schweregrad: Hoehn & Yahr Stadium 2.5 – 4
Design: Baseline-Treatment-Studie
2 Wochen Baseline ohne Laufbandtherapie, hausüblich mit KG, Ergo, usw. danach 4 Wochen spezifische Therapie ( LBT oder KG )
Gruppeneinteilung: randomisiert per Losverfahren in 2 Gruppen
Studiengruppe: 4 Wochen täglich (Mo-Fr) 30 Minuten LBT versus Kontrollgruppe: 4 Wochen täglich (Mo-Fr) 30 Minuten KG
Variablen: Ganggeschwindigkeit (10m Time-walking-Test) bei selbstgewählter und maximaler Gehgeschwindigkeit, Schrittlänge (10m Time-walking-Test) bei selbstgewählter und maximaler Gehgeschwindigkeit, Maximale Gehstrecke im 5-Minuten-Time-walking-test (Ausdauer)
Verfahren der LBT: Mit Gurtsicherung in einem modifiziertem Fallschirmgurt und 15–20% Entlastung des Körpergewichtes
Geschwindigkeit des Laufbandes zwischen 1 – 5 km/h, Steigerung der Geschwindigkeit je Woche um mindestens 30 % ( Anfangsmessung ist Ausgangspunkt )
Therapiefokus Geschwindigkeit + Schrittlänge




Bei Rückfragen:
Thomas Piefke,
Am Hofacker 25a
93468 Miltach
Email: thomas.piefke@vr-web.de

Literatur:

1. Miyai, Fujimoto, Ueda, Yamamoto,Nozaki,Saito,Kang: Treadmill training with partial body weigth support: Ist effect in Parkinson’s Disease. Arch Phys Med Rehabil, Vol 81, 2000
2. Morris, Iansek, Matyas, Summers: Stride length regulation in Parkinson’s Disease. Normalization strategies and underlaying mechanism. Brain 1996,119(Pt 2),551-68
3. Piefke T, Fischer V: Die Anwendung der Laufbandtherapie bei Morbus Parkinson. Vortrag auf dem Laufband - Weltsymposium, Langensteinbach,2000

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Zuletzt geändert am: 05.06.2003