Der NAV-Virchow-Bund lehnt die Superbehörde „Deutsches Zentrum für Qualität in der Medizin“ ab: „Das Qualitätszentrum wird wie eine Glocke über die gemeinsame Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen gestülpt, lähmt deren Arbeit und entmachtet sie“, so der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V., Dr. Maximilian Zollner, anlässlich der ersten Lesung der Gesundheitsreform.
Allein die Zusammensetzung der Mammutbehörde mit einem 49köpfigen Kuratorium zuzüglich Stellvertreter, einem Direktorium mit zwei Stellvertretern und einem wissenschaftlichen Beirat mit fünf Mitgliedern und je zwei Stellvertretern – alles formuliert in zwölf Paragraphen – lasse den Schluss zu, dass effektive und effiziente Arbeit im „Qualitätszentrum“ nicht möglich sei. Von einem „unabhängigen Institut“, wie von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt regelmäßig betont, könne erst recht keine Rede sein, da das Ministerium Rechtsaufsicht habe und alle Aufträge des Ministeriums mit Priorität behandelt werden müssen.
Notwendige Entscheidungen, wie die Zulassung von neuen Medikamenten, würden auf die lange Bank geschoben – auf Kosten der Kassenpatienten.
Die Gefahr einer weiteren bürokratischen Mammutbehörde sei höher als die Vorstellung, dass ein nützliches Instrument für die gesundheitliche Versorgung in Deutschland geschaffen werde. Die Qualität der Medizin liege seit Jahrzehnten in den bewährten Händen der Selbstverwaltungskörperschaft, betonte der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Maximilian Zollner, weiter.