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   11.02.2008
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Kompetenznetz "Degenerative Demenzen"

In Deutschland ist derzeit etwa eine Million Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen. Schätzungen zufolge könnten bis zum Jahr 2050 rund 1,3 Millionen Demenzpatienten hinzukommen, falls der Erkrankung kein Einhalt geboten werden kann. Obwohl ihre Ursache mittlerweile recht gut untersucht ist, sind Therapie und Behandlung der Demenz noch immer schwierig. Um die Erforschung der degenerativen Demenzen weiter voranzubringen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein neues Kompetenznetz eingerichtet. Die Arbeitsgruppe Molekulare Neurodegeneration von Univ.-Prof. Dr. Claus Pietrzik am Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie der Universität Mainz ist Gründungsmitglied dieses Netzes.
Das krankheitsbezogene Kompetenznetz "Degenerative Demenzen" (KNDD) widmet sich insbesondere der Erforschung von Ursache und Entstehung der Erkrankung sowie der therapeutischen und versorgungsbezogenen Forschung. Im Fokus der wissenschaftlichen Arbeiten steht die Entstehung und der Verlauf der Alzheimerschen Krankheit. Derzeit sind weltweit circa 5 Prozent der über 65-Jährigen und mehr als 30 Prozent der über 80-Jährigen von der Alzheimerschen Krankheit betroffen.

Prognosen zufolge werden zum Ende dieses Jahrhunderts etwa 40 Millionen Menschen allein in Amerika an der Alzheimerschen Krankheit leiden. Es handelt sich dabei um eine neurodegenerative Erkrankung, die durch eine allmähliche kognitive Abnahme charakterisiert ist und in einer späteren Demenz endet. "Wir wissen heute, dass der Verlust von Synapsen und der verstärkte neuronale Zelltod eine Ursache für den Ausbruch der Krankheit sind", erklärt Pietrzik.

Das pathologische Erscheinungsbild, das mit der Neurodegeneration einhergeht, zeigt in den Zellen neurofibrilläre Versteifungen, die sogenannten Tangles, und außerhalb der Zellen amyloide Ablagerungen, die Plaques. Diese amyloiden Ablagerungen im Gehirn betroffener Menschen entstehen durch Zusammenlagerungen eines kleinen Peptidfragments (A-beta), welches zuvor im Körper aus einem größeren Vorläuferprotein, dem Amyloid Precursor Protein (APP) gebildet wurde. Obwohl die Ursache für die Entstehung der Alzheimerschen Krankheit noch nicht abschließend bewiesen wurde, gehen die meisten Wissenschaftler davon aus, dass dieses Peptidfragment A-beta ursächlich an der Entstehung und dem Fortschreiten der Krankheit beteiligt ist.

"Mit unseren Untersuchungen am Forschungsstandort Mainz wollen wir dazu beitragen, die Mechanismen zu entschlüsseln, die eine Verringerung der A-beta-Produktion oder wenigstens einen Abtransport von A-beta aus dem Gehirn ermöglichen", so Pietrzik. Mittels dieser Untersuchungen sollen neue Wege aufgezeigt werden, wie eine Medikation von Alzheimer Patienten in der Zukunft ausgerichtet sein könnte.


Univ.-Prof. Dr. Claus Pietrzik
Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie
Johannes Gutenberg Universität Mainz
E-Mail: pietrzik@uni-mainz.de

Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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Zuletzt geändert am: 11.02.2008