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   15.02.2008
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Psychoonkologie-Tag am 17.2.08 in Jena

Ist der Körper krank, leidet auch die Psyche. Ganz besonders gilt dies, wenn die Diagnose Krebs im Raum steht. "Das löst bei unseren Patienten sehr viele Fragen aus, Unsicherheiten und auch Ängste", berichtet Diplom-Psychologin Christina Brix, die am Universitätsklinikum Jena den Patienten psychoonkologische Unterstützung anbietet. "In der Regel brauchen die Menschen in dieser schwierigen Lebenssituation psychologische Unterstützung zusätzlich zur klassischen Therapie", so Brix.
Das bedeutet, Gespräche über das Leben mit der Erkrankung anzubieten, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, die vielen, oft grundlegenden, Fragen beantworten zu helfen, und Hilfsangebote wie beispielsweise den Kontakt zu Selbsthilfegruppen, zu vermitteln. Auch Wege des Umgangs mit der Krebserkrankung zu finden bzw. Möglichkeiten, besser mit Ängsten, Stress und Schmerzen umgehen zu können, gehören dazu - von psychoedukativen Angeboten bis hin zu Entspannungsübungen. "Unsere Angebote schließen auch Angehörige mit ein, die in der Krankheitssituation mitunter ebenso Unterstützung brauchen können wie die Erkrankten selbst", erklärt Brix.

Die Psychologin ist vor allem im Interdisziplinären Brustzentrum des Uniklinikums Jena tätig. Hier erlebt sie täglich, welche psychischen Probleme die Diagnose Brustkrebs bei den Frauen und deren Angehörigen auslösen kann. Etwa 70 Prozent aller Krebspatienten, so die Schätzung einer eigenen Untersuchung, benötigen eine psychoonkologische Betreuung. "Aber nur etwa ein Drittel nimmt diese tatsächlich in Anspruch", bedauert Christina Brix.

Dabei sei es wichtig, auch diesen Aspekt bei der Behandlung einzubeziehen, denn die psychische Verfassung kann die Heilungsprozesse mit beeinflussen. Für die Entstehung von Krebs ist die Psyche allerdings nicht entscheidend. "Es hat sich als ein Mythos erwiesen, eine Mitschuld der Psyche an Krebserkrankungen zu vermuten, oder gar eine Krebspersönlichkeit." Diese nach wie vor populären Annahmen hat die relativ junge Wissenschaft der Psychoonkologie inzwischen widerlegt. "Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass psychische Vorgänge Krebs verursachen können", so Brix. "Allerdings spielt die Psyche eine wichtige Rolle im Umgang mit der Krankheit, und kann dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken, und damit auch Heilungsprozesse zu beeinflussen". Vertrauen in den eigenen Körper, Kampfgeist und Lebensmut können sich im Kampf gegen den Krebs als wichtige Verbündete erweisen.

Hier setzen die psychoonkologischen Angebote an, die vor allem die inneren Abwehrkräfte stärken und den Menschen Kräfte für die Bewältigung der Krankheit mobilisieren helfen wollen. Wie genau dies im Einzelfall aussehen kann, das können interessierte Besucher am 17. Februar zum Tag der Gesundheitsforschung am Universitätsklinikum Jena-Lobeda erfahren. Christina Brix und ihre Kollegin Christine Schleußner bieten an diesem Tag verschiedene Möglichkeiten von Vorträgen bis zu Kursen, um die Vielfalt psychoonkologischer Unterstützung kennen zu lernen. Deren Palette reicht vom Entspannung- über das Gesundheitstraining bis hin zur Tanztherapie. "Und natürlich gehört auch das klassische Gespräch dazu", so Brix, die auch dafür mit ihrer Kollegin am Sonntag zur Verfügung stehen wird.

17. Februar 2008, Universitätsklinikum Jena-Lobeda
"Den Krebs bekämpfen - Forschung für den Menschen", Tag der Gesundheitsforschung
10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Angebote der Psychoonkologie:
11. 00 Uhr, Hörsaal 1
"Krankheitsverarbeitung als Weg zur Gesundheitsförderung", Vortrag
Diplom-Psychologin Christina Brix

Seminarraum 3
12.00 Uhr Entspannungstraining (Dipl.-Psych. Ch. Brix)
13.00 Uhr Gesundheitstraining (Dipl.-Psych. Ch. Schleußner)
14.00 Uhr Tanztherapie (Dipl.-Psych. Ch. Schleußner, K. Mann)

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena

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Zuletzt geändert am: 15.02.2008