Ein europaweites Patent auf eine neue Methode zur Behandlung von Alzheimer hat die Affiris GmbH erhalten. Die mit der Dialyse verwandte Blutreinigung (Apherese) soll eine Reduktion der schädlichen Eiweißablagerungen (beta-Amyloid) im Hirn bewirken.
Bei dem nun patentierten Verfahren der Blutwäsche werden Rezeptor-Moleküle auf einem Trägermaterial fixiert, die beta-Amyloid-Proteine binden. Die fixierten Rezeptor-Moleküle führen zu einer Reduzierung des im Blut vorkommenden beta-Amyloids.
Die beta-Amyloidmoleküle, die zur Plaquebildung führen, können über die Blut-Hirnschranke aus dem Hirn abtransportiert werden. So steht ihre Konzentration im Hirn in einem Fließgleichgewicht mit der Konzentration im Blut. Reduziert man also die beta-Amyloid-Konzentration im Blut – hier durch Apherese – dann wird soviel beta-Amyloid aus dem Hirn ins Blut nachgeliefert, bis die Konzentration wieder ausgeglichen ist. Damit sollte das Entfernen des beta-Amyloids aus dem Blut die Konzentration an beta-Amyloid und seiner Bruchstücke im Hirn sukzessive reduzieren.
Schlüssel dafür sind die richtigen Bindungseigenschaften der Rezeptor-Moleküle. Dafür sorgt die Affiris AFFITOME-Technologie, die es erlaubt Moleküle mit sehr spezifischen Bindungseigenschaften zu definieren und herzustellen. Einen bedeutenden Vorteil bietet diese Technologie auch bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen körpereigene aber schädliche Proteine. Hier ermöglicht sie unter anderem das Vermeiden einer Autoimmunreaktion, wie Affiris mit seiner ersten Alzheimer-Impfung bereits gezeigt hat. (pte)