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   16.04.2008
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Kopfläuse: Zwei-Komponenten-Dimeticon-Gemisch effektiver als herkömmliche Insektizide/ keine Resistenzentwicklung möglich

Die Pedikulose wird zunehmend zu einer therapeutischen Herausforderung. Zum einen steigen durch die globale Erderwärmung mit den daraus resultierenden milden Wintern auch die Läuse-Infestationsraten, so Dr. rer. nat. Kim Larsen, Helsinge, Dänemark, auf dem 3. Internationalen Expertentreffen in Hohenlockstedt. Zum anderen haben sich in West- und Zentraleuropa sowie Israel bereits resistente Kopflaus-Populationen entwickelt.



Eine Untersuchung in Dänemark zeigte, dass ca. 70% der Kopfläuse gegen dort häufig verwendete Insektizide resistent sind (1), vor allem gegen Permethrin, d-Phenothrin oder Malathion, so Dr. rer. nat. Ian F. Burgess, Hertforshire, England.

Eine effektive Alternative gegenüber herkömmlichen Insektiziden ist das spezielle Zwei-Komponenten-Dimeticon-Gemisch NYDA®, das Kopfläuse in vitro nach fünf Minuten zu 100% abtötet. Wegen der physikalischen Wirkweise ist eine Resistenzentwicklung ausgeschlossen, so Burgess: das Präparat enthält zwei unterschiedlich viskose Dimeticone – ein dünnflüssiges, leicht flüchtiges und ein viskoses, schwer flüchtiges Dimeticon. Aufgrund der geringen Oberflächenspannung dringt NYDA® in die Atemsysteme der Läuse und Larven ein und verdrängt dort die Luft schnell und vollständig. Dann verdampft das flüchtigere Dimeticon und verschließt die Atemöffnungen irreversibel. Ergebnis: Die Läuse, Larven und Eier ersticken.

In zwei aktuellen in-vitro-Untersuchungen, die Prof. Dr. Jörg Heukelbach präsentierte, wurde die kopflausabtötende Wirkung verschiedener Pedikulozide, wie z.B. NYDA® (92% Dimeticon), mosquito® Läuseshampoo (Sojaöl, Kokosnussöl), Goldgeist® forte (Pyrethrumextrakt) und Infectopedicul® (0,5% Permethrin) untersucht. Pro Testgruppe wurden jeweils 50 adulte und vitale Kopfläuse drei Minuten in die unverdünnten Testsubstanzen gedippt. Im Anschluss wurde die Mortalität der Kopfläuse nach strengen Vitalitätskriterien zu definierten Zeitpunkten über einen Zeitraum von insgesamt 24 Stunden untersucht. Unter NYDA® betrug die Mortalitätsrate der Kopfläuse bereits nach fünf Minuten und zu allen weiteren Zeitpunkten 100%. Die Effektivität von Permethrin schwankte hingegen im Zeitraum zwischen 5 Minuten und 6 Stunden zwischen 76% und 96%. Unter Soja- und Kokosnussöl zeigten sich die Läuse nach 5 Minuten zunächst bewegungslos, erholten sich jedoch dann rasch wieder, sodass die Mortalitätsrate nach 6 Stunden nur bei 66% lag. Am schlechtesten schnitt Pyrethrumextrakt ab. Es tötete lediglich 76% der Läuse in einem Zeitraum bis zu 6 Stunden nach dem Dippen.

In einer weiteren in vitro-Studie untersuchten Prof. Heukelbach und seine Mitarbeiter, in welchem Umfang die Eier der Kopfläuse abgetötet werden. Neben weiteren Untersuchungen wurden 1-2 Tage alte Kopflauseier jeweils drei Minuten lang in die jeweiligen Substanzen getaucht. Nach einer Einwirkzeit von 30 bzw. 60 Minuten wurden die Produkte ausgewaschen und die Eier für weitere 12 Tage inkubiert. Ergebnis: NYDA® erzielte eine 100%ige ovizide Wirkung. Aus keinem einzigen mit NYDA® behandelten Ei schlüpfte während der gesamten Zeit der Inkubation eine Larve. Alle anderen untersuchten Substanzen erzielten eine weitaus geringere ovizide Erfolgsquote: Mit Permethrin behandelte Läuseeier hatten eine Schlupfrate von 54,9% nach 30 Minuten und 48% nach 60 Minuten. Bei Soja- und Kokosnussöl betrug die Schlupfrate 19,7% bzw. 65,6% und unter Pyrethrumextrakt lag sie zwischen 56,4 und 72,5%.

Die Experten kamen zu dem einhelligen Schluss, dass NYDA® eine effektive Therapieoption gegen Kopfläuse und ihren Vorstufen, Eier und Larven, darstellt, unabhängig von möglichen Resistenzen. Darüber hinaus ist das Dimetikongemisch ungiftig und besser verträglich als Insektizide oder (ätherische) Öle, die ein breites Nebenwirkungsspektrum von Allergien bis Atembeschwerden und Erbrechen auslösen können.

ab
Referenz:
1. Kristensen M. et al. (2006): Survey of permethrin and malathion resistance in human head lice populations in denmark. J. Med. Entomol. 43 (3), 533-538.

Quelle: Symposium „Neue Optionen für die Therapie der Pedikulose“ im Rahmen des 3rd International Expert Meeting „The modern standard in head lice therapy: dimeticone“, 2.4.2008, Hohenlockstedt; Pohl Boskamp

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Zuletzt geändert am: 16.04.2008