Kongress Viszeralmedizin zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
Rund 300.000 Menschen (Tendenz steigend) in Deutschland leiden an den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Die Krankheiten treten meist im Alter zwischen 20 und 30 Jahren auf. Es können jedoch auch schon Kleinkinder und Jugendliche betroffen sein. Neben den Symptomen wie Durchfall, Darmblutungen und Schmerzen, sind Langzeitkomplikationen wie Fisteln, Stenosen und Krebs häufig bei diesen Erkrankungen. CED entstehen z.B. durch genetische Ursachen, Umweltfaktoren, Bakterien oder ein gestörtes Immunsystem.
Kongress "Viszeralmedizin" vom 1. - 4.10.2008 in Berlin
Zur Therapie dieser lebenslangen Erkrankung wurden neben üblichen kortisonhaltigen Medikamenten, die eine kurzfristige Linderung bewirken können, inzwischen auch biotechnische Medikamente, so genannte Biologika, entwickelt. Dazu gehören Anti-TNF-Therapeutika. Sie beeinflussen die Signalübermittlung zwischen den Zellen des Immunsystems und sorgen so dafür, dass das Krankheitsbild sich verbessert.
"Deutschland ist weltweit einer der Motoren in der Forschung und der klinischen Anwendung von Forschungsergebnissen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen," sagt Prof. Dr. Stefan Schreiber, Vorstandsmitglied "Kompetenznetz Darmerkrankungen" und vom Institut für Klinische Molekularbiologie der Universität Kiel. Die deutschen Forscher seien im internationalen Vergleich in der Spitzengruppe. Vor allem die Aufschlüsselung der Krankheitsgene von CED und die Entwicklung neuer Medikamente stünden im Mittelpunkt der Forschungen. "Ebenso wichtig ist die enge Verwebung zwischen Grundlagenforschung und Anwendung am Patienten," sagt Prof. Schreiber. Dieses sei zu sehen an den Biologika, die jetzt genutzt werden, um einzelne Botenstoffe gezielt zu blockieren. Dazu gehören die Medikamente, die gegen TNF gerichtet sind.
Anti-TNF-Therapeutika stoppen den destruktiven Krankheitsprozess sowohl bei rheumatischen Erkrankungen wie auch bei chronischen Darmentzündungen. Würden die Biologika zur Behandlung der Grunderkrankungen nicht eingesetzt, käme es in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle zu gravierenden negativen Folgewirkungen, die gerade im Falle von Crohn- und Colitis-Patienten auch zum Tod in Folge einer Steigerung der Krankheitsaktivität führen könnten.
Auf dem Kongress sind folgende Sitzungen speziell den CED gewidmet:
Diagnostik bei CED: Basis und neue Entwicklungen (DGVS, DACED)
Donnerstag, 2. Oktober 2008, 16 bis 17 Uhr
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen – Pathogenese
Donnerstag, 2. Oktober 2008, 17.30 bis 19 Uhr
Interdisziplinäre Betreuung von CED Patienten I (DGVS, DGAV, GPGE, DGEM)
Freitag, 3. Oktober 2008, 14.30 bis 16 Uhr
Der Darm als Immunorgan (DGVS, Dt. Ges. für Immunologie)
Freitag, 3. Oktober 2008 von 14.30 bis 16 Uhr
Interdisziplinäre Betreuung von CED Patienten I (DGVS, DGAV, GPGE)
Freitag, 3. Oktober, 16.30 bis 18 Uhr
Arzt-Patientenseminar DCCV: Medikamentöse und chir. Therapieoptionen bei CED
Samstag, 4. Oktober 2008, 9 bis 13.40 Uhr
Quelle: Dt. Ges. für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS, Dt. Ges. für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) e.V.