Zulassungserweiterung: Behandlung manischer und depressiver Phasen mit Quetiapin
Etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer bipolaren Störung. Charakteristisch für die Erkrankung sind starke Stimmungsschwankungen: Phasen extremer Hochstimmung (Manie) wechseln mit Phasen tiefer Niedergeschlagenheit (Depression) ab. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat das atypische Neuroleptikum Seroquel Prolong® für die Behandlung von schweren depressiven Episoden bei bipolaren Störungen zugelassen. Zudem erhielt Quetiapinhemifumarat auch die Zulassung für die Behandlung von mittelschweren bis schweren manischen Phasen einer bipolaren Erkrankung. Damit steht dem Arzt erstmals ein Medikament mit Wirksamkeit bei beiden Krankheitsphasen zur Verfügung.
"Nach dem positiven Votum des BfArM können nun beide Akutphasen einer bipolaren Erkrankung mit einem atypischen Neuroleptikum behandelt werden. Dies bietet die Chance für eine größere Kontinuität bei der Pharmakotherapie von Patienten mit bipolaren Störungen und kann damit maßgeblich zur Verbesserung der Compliance beitragen", erklärte Dirk Greshake, Vice President Neuroscience and Infection und Mitglied der Geschäftsleitung von AstraZeneca Deutschland.
Mit der Zulassung in Deutschland folgt das BfArM im Rahmen des Verfahrens der gegenseitigen Anerkennung (Mutual Recognition Procedure) der europäischen Zulassung, die im November 2008 erteilt wurde. Parallel strebt AstraZeneca eine Zulassung in 16 weiteren europäischen Ländern an.
Als Bipolar-I-Störung bezeichnet man die klassische "manisch-depressive" Erkrankung, die von Depressionen und starken Manien geprägt ist. In der Bipolar-II-Störung sind die manischen Phasen als so genannte Hypomanien weniger stark ausgeprägt. Die Erkrankung geht mit einem sehr hohen Suizidrisiko einher. So besteht für etwa 50 Prozent der Erkrankten im Verlauf einer bipolaren Störung die Gefahr eines Suizidversuchs. Die faktische Selbstmordrate liegt bei fünf bis 20 Prozent.