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02.04.2009 |
Infos für Ärzte |
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Neue DDG-Leitlinie zum Management von Handekzemen empfiehlt Alitretinoin
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Seit November 2008 steht Alitretinoin in Deutschland für die Behandlung des schweren chronischen Handekzems, das nicht mehr auf potente topische Kortikosteroide anspricht, zur systemischen Therapie zur Verfügung. Jetzt gibt es erstmals in Deutschland eine von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) erarbeitete Leitlinie zum „Management von Handekzemen“, die gerade bei diesen schweren und häufig kortikoidrefraktären chronischen Formen die frühzeitige Einleitung einer systemischen Therapie vorsieht. Alitretinoin wird aufgrund seiner überzeugenden Wirksamkeit und seiner mit Abstand höchsten Evidenz in dieser Indikation von der DDG-Leitlinie empfohlen.
Im Rahmen der DDG-Pressekonferenz, „Handekzeme richtig behandeln – neue DDG-Leitlinie zum Management von Handekzemen“ stellte Prof. Thomas L. Diepgen aus Heidelberg die neue Leitlinie „Management von Handekzemen“ vor. Ziel dieser Leitlinie ist es, Klassifikation, Diagnostik und Therapie von Handekzemen zu definieren und Ärzten Empfehlungen für ein standardisiertes Vorgehen an die Hand zu geben.
Therapie nach Stufenschema
Die Leitlinie empfiehlt die Behandlung des CHEs in drei Stufen, abhängig vom Schweregrad und der Morphologie der Erkrankung. Wichtigste Basismaßnahme ist – neben der Vermeidung der exogenen Triggerfaktoren – die konsequente Rückfettung der Haut, wobei möglichst konservierungs- und duftstofffreie milde Hautreinigungsmittel und pflegende Cremes verwendet werden sollten.
Leichte Handekzeme (Stufe 1) sollten zunächst mit antipruriginösen und antiseptischen Wirkstoffen behandelt werden. Zudem kann eine kurzfristige oder intermittierende Gabe von topischen Kortikosteroiden oder topischen Calcineurin-Inhibitoren in Erwägung gezogen werden.
Für mittelschwere bis schwere Handekzeme (Stufe 2) standen bisher – aufbauend auf den Empfehlungen in Stufe 1 – potente topische Kortikosteroide oder die UV-Therapie zur Verfügung. Allerdings ist bei diesen Therapieformen die Datenlage meist nicht sehr gut. Mit dem antientzündlich wirkenden Wirkstoff Alitretinoin steht den Dermatologen nun auch eine effektive und umfangreich untersuchte orale Therapieoption zur Verfügung, die spezifisch beim schweren chronischen Handekzem, das nicht mehr auf topische Kortikosteroide anspricht, zugelassen ist.
Reichen die Maßnahmen der Stufe 1 und 2 bei einem persistierenden oder chronisch rezidivierenden Handekzem (Stufe 3) nicht aus, wird verstärkt systemisch immunmodulierend behandelt. Zur Verfügung stehen hier neben Alitretinoin auch systemische Kortikosteroide oder Ciclosporin (off-label, außer beim atopischen Ekzem).
Zur Klassifikation
Die Systematik und Klassifikation der Handekzeme ist schwierig und bislang uneinheitlich. Nach der neuen Leitlinie werden Handekzeme nach Ätiologie, Morphologie und Lokalisation klassifiziert, wobei überlappende Krankheitsentitäten sowie eine multifaktorielle Ätiologie und Mischformen häufig sind. Meist tragen mehrere Faktoren zur Entstehung eines CHEs bei. Neben konstitutionellen Faktoren wie einer atopischen Hautdiathese oder einer genetisch bedingten Barrierestörung spielen Kontaktallergien und der häufige Kontakt zu irritativen Substanzen, ständige Feuchtarbeit oder das Tragen von Handschuhen eine entscheidende Rolle.
Als chronisch werden diejenigen Handekzeme bezeichnet, die über einen Zeitraum von drei Monaten trotz adäquater dermatologischer Therapie und aktiver Mitwirkung des Patienten nicht abheilen oder innerhalb eines Jahres mindestens zweimal rezidivieren. Während leichte Handekzeme unter adäquater topischer Therapie schnell abheilen, bestehen mittelschwere Handekzeme trotz dieser Maßnahmen über mehrere Wochen. Schwere Handekzeme sind gekennzeichnet durch ausgedehnte dauerhafte oder rezidivierende Hautveränderungen von erheblichem Krankheitswert z.B. mit Rhagaden, ausgeprägter Lichenifikation und Infiltration.
Über das chronische Handekzem
Das chronische Handekzem ist eine entzündliche, häufig rezidivierende oder anhaltende Erkrankung der Haut, die weitgehend oder ausschließlich auf die Hände begrenzt ist. 1,2,3 Es kann in jedem Lebensalter auftreten. Seine Inzidenz ist jedoch bei Erwachsenen zwischen dem 20. und 49. Lebensjahr – also mitten im Arbeitsleben – am höchsten. CHE ist die häufigste dermatologische Berufskrankheit und führt infolge krankheitsbedingter Fehlzeiten, Umschulungen und Frühberentung zu erheblichen Belastungen des Sozialsystems. (2)
Schätzungen zufolge sind bis zu 10% der Gesamtbevölkerung in Deutschland von einem Handekzem betroffen. Bis zu 7% dieser Patienten leiden an einer schwereren chronischen Form, die in vielen Fällen nicht oder nicht mehr auf potente topische Kortikosteroide anspricht. (1,2) Die auftretenden Symptome sind Rötung (Erythem), Bläschen (Vesikel) unmittelbar unter der Hautoberfläche, Schuppung, schmerzhafte Hautrisse (Fissuren), Hautschwellung (Ödem), Verdickung der Hornschicht (Hyperkeratose) sowie Juckreiz und Schmerzen. (1)
Für die Patienten bedeutet diese Hauterkrankung eine hohe psychische Belastung und eine massive Einschränkung ihrer Lebensqualität. Da die Hand ein wichtiges Funktions- und Kommunikationsorgan ist, ist die Erkrankung sofort für jeden sichtbar. Das fördert soziale Ängste und Phobien. Oft ziehen sich die Betroffenen vollkommen zurück. Zudem verursacht der Juckreiz Stress und Schlaflosigkeit und die schmerzhaften Rhagaden sind schwer behandelbar – sie können bei jeder Bewegung wieder aufplatzen.
Toctino®, ein neuer Vertreter innerhalb der Klasse der Vitamin-A-Derivate, steht seit November 2008 für die Behandlung des schweren chronischen Handekzems, das nicht mehr auf potente topische Kortikosteroide anspricht, zur oralen Therapie zur Verfügung. Der Zulassung ging ein umfangreiches klinisches Studienprogramm zum Nachweis von Effizienz und Sicherheit des Wirkstoffs voraus.
Toctino® stellt dar. Es zeichnet sich durch eine primär antientzündliche Wirkung aus und wirkt dabei – im Gegensatz zu den aus der Akne und Psoriasis-Therapie bekannten Retinoiden – kaum austrocknend. Er zeichnet sich durch eine hohe Abheilungsrate und ein effektives Langzeitmanagement aus. Patienten, die über 3 bis 6 Monate einmal täglich je 30 mg Toctino® oral verabreicht bekamen, zeigten im Mittel eine Verbesserung der Symptome um 75%. Fast jeder zweite Patient erreichte sogar eine vollständige bzw. fast vollständige Abheilung. (4)
Literatur
1. Diepgen T.L. et al.: Management of chronic hand eczema. Contact Dermatitis 2007; 57: 203-210
2. Menne T. und Maibach H.: Hand Eczema, 2. Auflage. Dermatology: Clinical and Basic Science Series
3. Burns T. et al.: Rook’s Textbook of Dermatology. 7. Auflage. 2004. Blackwell Science
4. Ruzicka T. et al.: Br J Dermatology 2008; 158: 808-817
Quelle: Basilea Pharmaceutica
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Handekzem>>
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Zuletzt geändert am: 02.04.2009 |
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