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   02.04.2009
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Kühlung verbessert Überlebenschancen nach Herzstillstand

Die Abkühlung des Körpers auf 32 bis 34 °C verbessert bei Menschen, die nach einem Herzstillstand wiederbelebt wurden, die Überlebenschancen. Diese sogenannte therapeutische Hypothermie gilt als eine der wichtigsten Neuerungen der letzten Jahre im Bereich der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Obwohl in internationalen Leitlinien empfohlen, kommt sie in Deutschland noch viel zu selten zum Einsatz. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) im Vorfeld ihrer 56. Jahrestagung hin. Diese findet vom 9. bis zum 12. Mai 2009 im Congress Center Leipzig statt. Die therapeutische Kühlung ist ein Schwerpunkt des Kongresses.


Wohl jeder kennt Zeitungsberichte über Menschen, die nach einigen Stunden aus kalten Gewässern oder Lawinen gerettet werden konnten. Das Erstaunliche daran: Noch nach so langer Zeit gelingt eine Wiederbelebung und die Betroffenen tragen keine Folgeschäden davon. „Diese Fälle verdeutlichen eindrucksvoll, dass Kälte lebensrettend sein kann. Sie senkt unter anderem den Sauerstoffbedarf des Gehirns und verzögert damit auch das Absterben von Nervenzellen“, erklärt Professor Dr. med. Bernd W. Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Köln und Präsident des European Resuscitation Council (ERC).

Entscheidend ist jedoch, dass es sich beim therapeutischen Einsatz von Kälte um eine milde Kühlung handelt. Denn eine zu starke Abkühlung des Körpers auf unter 32 °C führt zu Herzrhythmusstörungen, eine Temperatur unter 28 °C zum Herzstillstand. Eine Abkühlung auf 32 bis 34 °C hat sich jedoch als sicher erwiesen. Studien haben gezeigt, dass sie die Überlebenschancen von Menschen, die nach einem Herzstillstand erfolgreich wiederbelebt werden, deutlich erhöht. „Einem von sechs Patienten können wir durch die Kühlung das Leben retten“, berichtet Böttiger im Vorfeld der DGAI-Jahrestagung. „Damit bietet das Verfahren außerordentlich gute Erfolgsaussichten.“ Für die Umsetzung, die nur auf Intensivstationen und unter ständiger Kontrolle erfolgen sollte, stehen verschiedene Kühlverfahren zur Verfügung. So kommen neben Eispackungen oder mit einem Kühlmittel gefüllten Kopfhauben auch Infusionen kalter Flüssigkeiten oder spezielle Kühlkatheter zum Einsatz.

Die therapeutische Hypothermie nach Herz-Kreislauf-Stillstand wird heute in internationalen Leitlinien empfohlen. In Deutschland kommt sie jedoch noch viel zu selten zum Einsatz. „Nach einer Umfrage unter Intensivmedizinern wendet nicht einmal jede dritte bis vierte Klinik das Verfahren regelhaft an“, so Böttiger. Der Experte hofft, dass es im Rahmen der DGAI-Jahrestagung gelingt, mehr Ärzte auf die bislang unterschätzte Therapie aufmerksam zu machen. Auf dem Kongress sollen nicht nur bewährte Anwendungsgebiete der therapeutischen Hypothermie wie der Herz-Kreislauf-Stillstand, sondern auch mögliche weitere Indikationen wie ein Schädel-Hirn-Trauma oder Schlaganfall diskutiert werden.

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Zuletzt geändert am: 02.04.2009