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   21.04.2009
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Vorhofflimmern: Clopidogrel plus ASS wirksamer als ASS allein in der Vorbeugung von schweren vaskulären Ereignissen, wenn keine oralen Antikoagulantien angewendet werden können

Neue Ergebnisse einer wissenschaftlichen Meilenstein-Studie bekannt. Diese hat ergeben, dass die Einnahme von Clopidrogrelhydrogensulfat plus Acetylsalicylsäure (ASS) bei Patienten mit Vorhofflimmern und erhöhtem Schlaganfallrisiko, die keine oralen Antikoagulantien (OAK) einnehmen konnten, nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 3,6 Jahren eine signifikante Verminderung von schweren vaskulären Ereignissen um 11% gegenüber ASS allein herbeiführte (6,8% vs. 7,6% pro Jahr, p=0,01).


Größter Nutzen bei der Verminderung von Schlaganfällen, dem höchsten Risiko bei Patienten mit Vorhofflimmern

Dabei zeigte sich der größte Nutzen in der Verminderung von Schlaganfällen (um 28%; 2,4% vs. 3,3% pro Jahr, p<0,001), dem primären Therapieziel von Ärzten, die Patienten mit Vorhofflimmern behandeln. Bei den weiteren Einzelkomponenten des Endpunkts „schwere vaskuläre Ereignisse“ – systemische Embolien außerhalb des ZNS (Blutgerinnsel im Blutstrom außerhalb des Gehirns), Herzinfarkt oder Tod vaskulärer Ursache – wurde keine statistische Signifikanz erreicht. Im Vergleich zu ASS allein führte die Einnahme von Clopidogrelhydrogensulfat in Kombination mit ASS zu einer signifikanten und zu erwartenden Zunahme des Auftretens von schweren Blutungen (2,0% vs. 1,3% pro Jahr, RR=1,57, p <0,001). Die Ergebnisse der Studie mit dem Namen ACTIVE A wurden heute im Rahmen einer „late breaking session“ während des 58. Wissenschaftlichen Jahreskongresses des American College of Cardiology vorgestellt.

„Für Patienten mit Vorhofflimmern und erhöhtem Schlaganfallrisiko, die keine oralen Antikoagulantien einnehmen können, bedeutet dies, dass sich die klinische Praxis verändern könnte“, so der Leiter der klinischen Studie ACTIVE A, Stuart Connolly, MD, Abteilung für Medizin, McMaster University, Hamilton, Ontario, Kanada. „Schlaganfälle sind höchst problematische Ereignisse, da sie mit einer signifikanten Morbidität und Mortalität verbunden sind.“

Bei Vorhofflimmern (VHF), der häufigsten Art der kardialen Arrhythmie, kann es zu einer Ansammlung von Blut in den oberen Herzkammern (Atria) und zur Bildung von Blutgerinnseln kommen, die von dort in den Blutstrom gelangen und ein vaskuläres Ereignis verursachen können. Das Schlaganfallrisiko ist bei VHF-Patienten um das Fünffache erhöht, und rund 15 % aller Schlaganfälle treten bei VHF-Patienten auf. Daher wird in den Behandlungsleitlinien empfohlen, dass VHF-Patienten mit mittelhohem bis hohem Schlaganfallrisiko neben Arzneimitteln zur Normalisierung des Herzrhythmus auch orale Antikoagulantien (OAK) erhalten sollten, die vaskuläre Ereignisse bei diesen Patienten wirksam verhindern. Allerdings können viele Patienten keine OAK einnehmen bzw. es ist nicht möglich, die Gerinnungshemmung in dem engen therapeutischen Bereich zu halten, der für die Senkung des vaskulären Risikos erforderlich ist, aber das Risiko lebensbedrohlicher Blutungskomplikationen - etwa von Hirnblutungen - nicht erhöht. Untersuchungen haben gezeigt, dass insgesamt weniger als die Hälfte aller VHF-Patienten OAK einnimmt.

„Die Studie ACTIVE A wurde von Sanofi-aventis und Bristol-Myers Squibb Company in Auftrag gegeben. Sie ist Teil des laufenden Engagements für die Erforschung des vollen Potentials von Clopidogrelhydrogensulfat im Rahmen von groß angelegten klinischen Studien. Diese klinischen Studien umfassen ein breites Spektrum von Patienten mit einem Risiko von frühen und langfristigen kardiovaskulären Ereignissen”, kommentiert Brian Daniels, Senior Vice President, Global Development and Medical Affairs, Bristol-Myers Squibb.

„Diese Ergebnisse sind für VHF-Patienten mit einem erhöhten Risiko von vaskulären Ereignissen, insbesondere Schlaganfällen, die keine OAK anwenden können, von hohem Interesse“ so Jean-Pierre Lehner, Chief Medical Officer, sanofi-aventis.


Studie und Ergebnisse

ACTIVE A war eine doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie zum Vergleich der Kombination von Clopidogrelhydrogensulfat 75 mg einmal täglich zusammen mit ASS (empfohlene Tagesdosis von 75-100 mg) und ASS allein (empfohlene Tagesdosis von 75-100 mg). Untersucht wurde das Verhindern des ersten Auftretens eines schweren vaskulären Ereignisses als primären Endpunkt. Die mediane Nachbeobachtung belief sich auf 3,6 Jahre. Schwere vaskuläre Ereignisse umfassten Schlaganfall, systemische Embolie außerhalb des ZNS, Herzinfarkt oder Tod vaskulärer Ursache. In die Studie wurden 7554 Patienten mit Vorhofflimmern eingeschlossen, die keine OAK einnehmen konnten und bei denen mindestens ein bedeutender Risikofaktor für einen Schlaganfall vorlag (zu den Risikofaktoren zählten Alter von 75 Jahren und älter; laufende Behandlung wegen systemischer Hypertonie; anamnestisch bekannte(r) Schlaganfall bzw. transitorische ischämische Attacke oder systemische Embolie außerhalb des ZNS; linksventrikuläre Dysfunktion; dokumentierte periphere arterielle Verschlusskrankheit; Alter zwischen 55 und 74 Jahren bei medikamentös eingestelltem Diabetes oder zuvor bereits dokumentiertem Herzinfarkt bzw. dokumentierter koronarer Herzkrankheit). Eine Behandlung mit OAK wurde in folgenden Fällen vom Arzt als unangebracht eingestuft: es bestand ein spezifisches Blutungsrisiko; eine OAK-Therapie war für den Patienten nach Einschätzung des Arztes nicht zweckmäßig; oder der Patient hat sich gegen eine OAK-Therapie entschieden.

Eine Therapie mit Clopidogrelhydrogensulfat plus ASS erbrachte im Vergleich zu ASS allein außerdem die folgenden Ergebnisse:
• Statistisch nicht-signifikante Verminderung von Herzinfarkten um 22% (0,7% vs. 0,9% pro Jahr, p=0,08)
• Keine statistisch signifikanten Reduktionen bei anderen Komponenten des primären Endpunkts, darunter systemische Embolien außerhalb des ZNS (0,4 % vs. 0,4 % pro Jahr, RR=0,96, p=0,84), Tod vaskulärer Ursache (4,7% vs. 4,7% pro Jahr, RR=1,00, p=0,97) oder Gesamtmortalität (6,4% vs. 6,6% pro Jahr, RR=0,98, p=0,69)
• Statistisch signifikante Zunahme der Häufigkeit von schweren Blutungen (2,0% vs. 1,3% pro Jahr, RR=1,57, p<0,001) und Hirnblutungen (0,4% vs. 0,2% pro Jahr, RR=1,87, p=0,006), wie zu erwarten, aber nicht-signifikante Zunahmen von tödlichen Blutungen (0,3% vs. 0,2 % pro Jahr, RR=1,56, p=0,07) und hämorrhagischen Schlaganfällen (0,2% vs. 0,2% pro Jahr, RR=1,37, p=NS)


Über die ACTIVE-Studie
Bei der ACTIVE-Studie (Atrial Fibrillation Clopidogrel Trial With Irbesartan for Prevention of Vascular Events) handelt es sich um ein umfassendes Programm aus drei klinischen Studien: ACTIVE W, ACTIVE A und ACTIVE I. ACTIVE A und ACTIVE W begannen als zwei parallel laufende Studien, wobei die Prüfärzte darüber entschieden, in welche Studie die einzelnen Patienten aufgenommen wurden.

ACTIVE W wurde vorzeitig beendet, nachdem eine Zwischenanalyse ergeben hatte, dass OAK bei VHF-Patienten, die OAK einnehmen konnten, eine größere Verminderung von vaskulären Ereignissen (Schlaganfall, systemische Embolien außerhalb des ZNS, Herzinfarkt oder Tod vaskulärer Ursache) herbeiführten als Clopidogrelhydrogensulfat plus ASS. Zwischen den beiden Gruppen waren keine statistisch signifikanten Unterschiede bei schweren Blutungen zu verzeichnen; allerdings wurden unter Clopidogrelhydrogensulfat plus ASS im Vergleich zu OAK signifikant mehr leichte Blutungen beobachtet. Die Ergebnisse von ACTIVE W stehen in Einklang mit der aktuellen Standardbehandlung, bestätigen die wichtige Rolle einer gut kontrollierten OAK-Therapie in dieser Patientenpopulation und beziehen sich speziell auf Patienten mit Vorhofflimmern, die OAK einnehmen können.

ACTIVE A beschäftigte sich insbesondere mit der Wirksamkeit und Verträglichkeit einer dualen thrombozytenhemmenden Therapie (Clopidogrelhydrogensulfat plus ASS) gegenüber ASS allein bei Patienten mit Vorhofflimmern und erhöhtem Schlaganfallrisiko, die keine OAK einnehmen konnten. Die Studie ACTIVE I, eine Studie mit Irbesartan bei Patienten, die an ACTIVE A oder ACTIVE W teilnahmen und keinen Angiotensin-Rezeptor-Blocker benötigten, läuft derzeit.


Über Plavix® (Clopidogrelhydrogensulfat)
Plavix® ist bei Erwachsenen indiziert zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse bei:
• Patienten mit Herzinfarkt (wenige Tage bis 35 Tage zurückliegend), mit ischämischem Schlaganfall (7 Tage bis 6 Monate zurückliegend) oder mit nachgewiesener peripherer arterieller Verschlusskrankheit.
• Patienten mit akutem Koronarsyndrom:
– akutes Koronarsyndrom ohne ST-Strecken-Hebung (instabile Angina Pectoris oder Non-Q-Wave-Myokardinfarkt), einschließlich Patienten, denen bei einer perkutanen Koronarintervention ein Stent implantiert wurde, in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS),
– akuter Myokardinfarkt mit ST-Strecken-Hebung, in Kombination mit ASS bei medizinisch behandelten Patienten, für die eine thrombolytische Therapie in Frage kommt.


Über Vorhofflimmern
Von Vorhofflimmern, der häufigsten Form der kardialen Arrhythmie, sind insgesamt schätzungsweise mehr als 7,5 Millionen Menschen in den USA, der Europäischen Union und Japan betroffen (USA: 2,3 Millionen, EU: 4,5 Millionen und Japan: 729.000). Bei VHF handelt es sich um eine Herzrhythmusstörung, bei der die beiden oberen Herzkammern (Atria) schnell und unregelmäßig kontrahieren. In der Folge kann es in den Vorhöfen zu einer Ansammlung von Blut und zu Blutgerinnseln kommen. Gelangt ein Gerinnsel in den Blutstrom, so kann dies zu einem Schlaganfall oder anderen vaskulären Ereignis führen. VHF geht folglich mit einer bis zu fünffachen Erhöhung des Schlaganfallrisikos einher, verschlechtert die Prognose von Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren und verdoppelt das Mortalitätsrisiko. VHF kann nur selten oder gelegentlich, aber auch in Form einer dauerhaften, jahrelangen Herzrhythmusstörung auftreten.


Über sanofi-aventis
Sanofi-aventis ist ein führendes, globales Pharmaunternehmen, das therapeutische Lösungen erforscht, entwickelt und vertreibt, um das Leben der Menschen zu verbessern. Sanofi-aventis ist an den Börsen in Paris (EURONEXT: SAN) und New York (NYSE: SNY) gelistet. Weitere Informationen finden Sie unter www.sanofi-aventis.us oder www.sanofi-aventis.com.


Zukunftsgerichtete Aussagen:
Diese Pressemitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen (forward-looking statements) wie im U.S. Private Securities Litigation Reform Act aus dem Jahr 1995 definiert. Zukunftsgerichtete Aussagen sind keine historischen Tatsachen. Sie enthalten finanzielle Prognosen und Schätzungen und deren zugrunde gelegte Annahmen, Aussagen im Hinblick auf Pläne, Ziele, Absichten und Erwartungen mit Blick auf zukünftige Ereignisse, Geschäfte, Produkte und Dienstleistungen sowie Aussagen mit Blick auf zukünftige Leistungen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind grundsätzlich gekennzeichnet durch die Worte „erwartet“, „geht davon aus“, „glaubt“, „beabsichtigt“, „schätzt“ und ähnliche Ausdrücke. Obwohl die Geschäftsleitung von sanofi-aventis glaubt, dass die Erwartungen, die sich in solchen zukunftsgerichteten Aussagen widerspiegeln, vernünftig sind, sollten Investoren gewarnt sein, dass zukunftsgerichtete Informationen und Aussagen einer Vielzahl von Risiken und Unsicherheiten unterworfen sind, von denen viele schwierig vorauszusagen sind und grundsätzlich außerhalb des Einflussbereiches von sanofi-aventis liegen und dazu führen können, dass die tatsächlich erzielten Ergebnisse und Entwicklungen erheblich von denen abweichen, die in den zukunftsgerichteten Information und Aussagen ausdrücklich oder indirekt enthalten sind oder in diesen prognostiziert werden. Zu diesen Risiken und Unsicherheiten zählen unter anderem die inhärenten Unsicherheiten der Forschung und Entwicklung, der zukünftigen klinischen Daten und Analysen einschließlich Postmarketing, Entscheidungen durch Zulassungsbehörden wie die FDA oder die EMEA, ob und wann ein Medikament, ein Medizingeräte oder eine biologische Anwendung die Zulassung erhält, die für ein solches Entwicklungsprodukt beantragt wird, ebenso wie deren Entscheidungen hinsichtlich der Kennzeichnung und anderer Aspekte, die die Verfügbarkeit oder das kommerzielle Potenzial solcher Produkte beeinträchtigen könnte, der Umstand, dass der kommerzielle Erfolg eines zugelassenen Produkts nicht garantiert werden kann, die zukünftige Zulassung und der kommerzielle Erfolg therapeutischer Alternativen genau wie die in den an die SEC und AMF übermittelten Veröffentlichungen von sanofi-aventis angegebenen oder erörterten Risiken und Unsicherheiten, einschließlich der in den Abschnitten „Zukunftsorientierte Aussagen“ und „Risikofaktoren“ in Formular 20-F des Konzernabschlusses von sanofi-aventis für das zum Geschäftsjahr mit Ende zum 31. Dezember 2008 angegebenen Risiken und Unsicherheiten. Soweit nicht gesetzlich vorgeschrieben, übernimmt sanofi-aventis keine Verpflichtung, zukunftsgerichtete Informationen und Aussagen zu aktualisieren oder zu ergänzen.

1) Deutsche Version der Original-Pressemitteilung von sanofi-aventis und Bristol-Myers Squibb vom 31. März 2009. Es gilt das Original unter http://en.sanofi-aventis.com/binaries/20090331_active-a_en_tcm28-24824.pdf. Hinweise zu „Über Bristol-Myers Squibb“ sowie „Zukunftsgerichtete Aussagen Bristol-Myers Squibb“ siehe Original-Pressemeldung.



Ihr Kontakt:
Monika Erdmann
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Brand & Scientific Communication
Industriepark Höchst, Gebäude K703
65926 Frankfurt/Main
Tel: 49/(0)69/ 3 05 – 8 42 37
Fax: 49/(0)69/ 3 05 – 1 88 02
E-Mail: presse@sanofi-aventis.com



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Zuletzt geändert am: 21.04.2009