Fluticasonfuroat: Gute Asthmakontrolle bei nur einmal täglicher Gabe
Drei verschiedene aktuelle Phase-IIb-Studien haben bei über 1.800 Asthma-Patienten ab dem 12. Lebensjahr Wirksamkeit und Sicherheit des inhalierbaren Corticosteroids Fluticasonfuroat in acht Dosierungen (25-800 µg) untersucht. Das Präparat führte bei einmal täglicher Gabe im Vergleich zu Placebo in allen drei Patientengruppen und in beinahe allen Dosierungen (mit Ausnahme der niedrigsten geprüften Dosis) zu statistisch signifikanten Verbesserungen der Lungenfunktion (p< 0,05). Auch im Vergleich zu Fluticasonproprionat zeigte Fluticasonfuroat in allen Studien deutlichere Verbesserungen der Lungenfunktion bei gleichzeitig geringerer täglicher Gesamtdosis.
Studiendesign: Die Patienten mit verschieden stark ausgeprägtem Asthma wurden randomisiert und in drei verschiedenen doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studien untersucht. In jeder Studie erhielten Patienten einmal täglich eine von vier Fluticasonfuroat-Dosierungen, zweimal täglich Fluticasonproprionat oder Placebo. Fluticasonfuroat wurde mittels eines neuartigen Inhalators verabreicht, Fluticasonproprionat mittels des DISKUS-Inhalators. Alle Patienten konnten bei Bedarf ein kurz wirksames Beta-Mimetikum (Albuterol) als Notfallmedikation einsetzen, um eventuelle Asthmasymptome zu behandeln.
Dosierungsregimes für jede Studie:
-- Gruppe mit leichtem Asthma: 601 Patienten mit anhaltendem Asthma, das unter kurz wirksamen Beta-Mimetika symptomatisch war, aber noch kein inhalierbares Corticosteroid erforderte, wurden randomisiert und erhielten 25, 50, 100 oder 200 µg Fluticasonfuroat einmal täglich, 100 µg Fluticasonproprionat zweimal täglich oder Placebo.
-- Gruppe mit mäßig ausgeprägtem Asthma: 622 Patienten mit anhaltendem Asthma, das unter niedrig dosierten inhalierbaren Corticosteroiden symptomatisch war, wurden randomisiert und erhielten 100, 200, 300 oder 400 µg Fluticasonfuroat einmal täglich, 250 µg Fluticasonproprionat zweimal täglich oder Placebo.
-- Gruppe mit schwerem Asthma: 627 Patienten mit anhaltendem Asthma, das unter mäßig dosierten inhalierbaren Corticosteroiden symptomatisch war, wurden randomisiert und erhielten 200, 400, 600 oder 800 µg Fluticasonfuroat einmal täglich, 500 µg Fluticasonproprionat zweimal täglich oder Placebo.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die mittlere Veränderung der nach 8-wöchiger Behandlung gemessenen Trough-FEV1 gegenüber dem Ausgangswert. Die FEV1 oder forcierte 1-Sekunden-Kapazität beschreibt das nach maximaler Einatmung maximal ausatembare Luftvolumen in 1 Sekunde. Bei der Trough-FEV1 wird dieser Wert 24 Stunden nach der letzten Gabe des zu inhalierenden Medikaments gemessen. Bei Patienten mit symptomatischem Asthma ist die FEV1 im Allgemeinen vermindert.
Die drei Studien ergeben zusammen eine komplette Dosis-Wirkungs-Kurve für Fluticasonfuroat, wobei nur die niedrigste Dosierung (25 µg) gegenüber Placebo keine statistisch signifikante Wirkung in Bezug auf den primären Endpunkt zeigte. Eine statistisch signifikante Verminderung der Cortisolkonzentration im Urin, eine bekannte unerwünschte Wirkung inhalierbarer Corticosteroide, fand sich nur unter der höchsten Dosis (800 µg).
Fluticasonfuroat war in allen drei Studien während der 8-wöchigen Behandlung gut verträglich. In jeder Studie waren unerwünschte Wirkungen ähnlich häufig wie bei Fluticasonproprionat oder niedriger; Kopfschmerzen waren dabei am häufigsten. Schwere unerwünschte Wirkungen waren unter allen Behandlungen selten und für Fluticasonfuroat nicht dosisabhängig.
In das so genannte Horizon-Programm wurden bisher weltweit mehr als 3.000 Patienten mit Asthma und COPD eingeschlossen. Positive Daten aus zwei Phase-IIb-Studien mit dem lang wirksamen Beta-Agonisten (LABA) '444 bei Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkran-kung (COPD) wurden Ende 2008 vorgestellt. Enabling Studies (der letzter Abschnitt der präklinischen Medikamentenprüfungen) zur Kombinationsbehandlung von '444 und Fluticasonfuroat laufen.
Referenzen
1 http://www.gkv.info/gkv/index.php?id=87
2 Desfougeres JL et al. Has asthma control improved since AIRE? Results of a survey in 5 European countries. Europ Respir J 2007; 30 (Suppl. 51): 1589