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   09.04.2009
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Morbus Fabry: Daten zur glomerulären Filtrationsrate sprechen für frühzeitige Enzymersatztherapie mit Agalsidase alfa

Ergebnisse klinischer Studien: Die Ansprechrate auf die Enzymersatztherapie (ERT) mit Agalsidase alfa bei Fabry-Patienten lag höher, je besser die Nierenfunktion der Patienten zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie war. Bei Patienten mit Morbus Fabry findet sich häufig eine progressive Nephropathie, die letztlich zu terminalem Nierenversagen bei fast allen männlichen und einigen weiblichen Patienten führt. Mit Agalsidase alfa konnte die Nierenfunktion langfristig stabilisiert werden.


„Das bei männlichen Morbus-Fabry-Patienten fast durchgängig zu findende Fortschreiten der Nierenerkrankung unterstreicht die Wichtigkeit einer prompten Diagnosestellung und Intervention“, so Michael West, MD, Division of Nephrology, Department of Medicine, Dalhousie University, Halifax, Canada.

Der Artikel im Journal of the American Society of Nephrology erläutert die Ergebnisse einer retrospektiven Auswertung von drei verschiedenen klinischen Studien. Alle Studien wurden anfangs als 6-monatige, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Prüfungen durchgeführt und dann als offene Erweiterungsstudien weitergeführt. Dabei wurden alle aufgenommenen Patienten mit Agalsidase alfa über 12 bis 48 zusätzliche Monate behandelt. Agalsidase alfa wurde mit 0,2 mg / kg Körpergewicht in einer 40-minütigen Infusion alle 14 Tage verabreicht.

Die Wirkung von Agalsidase alfa auf die GFR wurde durch Messung der GFR bei Studienaufnahme untersucht. Zusätzlich wurde die GFR nach 6 Monaten während der doppelblinden Studien und alle 6 bzw. 12 Monate in den offenen Erweiterungsstudien untersucht. Die Messung der GFR erfolgte mittels Inulin, 99mTc-DTPA oder 51Cr-EDTA und wurde in ml/min/1.73 m²/Jahr angegeben. Die gemessene GFR gilt als Goldstandard für die Beurteilung der Nierenfunktion (1).


Größtes Kollektiv an männlichen Patienten mit Morbus Fabry

Die Analyse ermöglicht die Beurteilung der Wirkung von ERT auf die Nierenfunktion bei dem bisher größten Kollektiv an männlichen Patienten mit Morbus Fabry (n=108) sowie eine Identifizierung von Faktoren, die möglicherweise das Ansprechen auf die Behandlung beeinflussen können.

Studienergebnisse: Ein wichtiges Ergebnis dieser Analyse ist, dass sich die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bei Baseline (P=0,005) und die Proteinurie (P=0,002) als starke Prädiktoren für die Langzeitprognose der Patienten erwiesen haben.
„Oft warten Ärzte bei Fabry-Patienten solange, bis die Symptome der Krankheit massiv geworden sind, bevor sie eine Enzymersatztherapie einleiten. Unsere Beobachtungen sprechen allerdings mehr für einen frühzeitigen Behandlungsbeginn noch vor dem Auftreten einer ausgeprägten Proteinurie“, so Michael West.

Die Analyse ergab außerdem Hinweise darauf, dass Agalsidase-alfa möglicherweise die Abnahme der Nierenfunktion bei männlichen Fabry-Patienten verlangsamt:

· Die mittlere vor der Placebophase gemessene Ausgangs-GFR betrug 85,4 +/- 29,6 ml/min/1,73 m²/Jahr.
Nach 6-monatigerPlacebogabe war die GFR auf 81,9 +/- 34,8 ml/min/1,73 m2/Jahr zurückgegangen. Dies entspricht einer Veränderung der Rate um -7,0 +/- 32,9 ml/min/1,73 m²/Jahr.

· Im Vergleich dazu betrug die Veränderung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) während der Behandlung mit Agalsidase-alfa -2,9 +/- 8,7 ml/min/1,73 m²/Jahr. Dies entspricht einem Unterschied von 4,1 ml/min/1,73 m²/Jahr .


Morbus Fabry ist eine progressive und stark beeinträchtigende genetische Erkrankung. Den Patienten fehlt das Enzym α-Galaktosidase A (α-Gal A) oder es liegt ein Mangel dessen vor. Dies führt zu einer Störung des Abbaus von Globotriaosylceramid (Gb3). Nicht abgebaute Lipide reichern sich im Körper an. Morbus Fabry tritt bei beiden Geschlechtern auf und kann mit einer Reihe von Symptomen unterschiedlicher Ausprägung einhergehen, u. a. starke oder brennende Schmerzen, Wärmeunverträglichkeit, Hautveränderungen, Magen-Darm-Beschwerden, Hörverlust, Augenprobleme sowie kardiovaskuläre und/oder renale Funktionsstörungen. Die Art, der Schweregrad und der Zeitpunkt des Auftretens der Symptome können bei Morbus Fabry beträchtlich variieren. Schätzungen zufolge leiden weltweit 8.000 bis 10.000 Menschen an der Krankheit und bei den Betroffenen besteht das Risiko, dass sie renale, kardiale oder zerebrovaskuläre Krankheitserscheinungen entwickeln und vorzeitig sterben.

Literatur:
(1) National Kidney Foundation KDOQI Clinical Practice Guidelines for Chronic Kidney Disease. 2002. In Appendix 3: Methodological aspects of evaluating equations to predict GFR and calculations using 24-hour urine samples. Entnommen am 25. März 2009 von http://www.kidney.org/professionals/Kdoqi/guidelines_ckd/p10_appendix3.htm

Quelle: Shire Human Genetic Therapies (HGT), www.focusonfabry.com

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Zuletzt geändert am: 09.04.2009