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   30.04.2009
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Phase-III-Studie zeigen positive Ergebnisse für Cladribin-Tabletten bei Patienten mit Multipler Sklerose

Heute wurden detaillierte Ergebnisse der zweijährigen (96 Wochen) placebokontrollierten Phase-III-Studie CLARITY(1) zur Behandlung von Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS) mit Cladribin-Tabletten bekannt gegeben. Die Ergebnisse dieser für die Zulassung relevanten Studie belegen, dass eine jährlich über kurze Zeit durchgeführte Behandlung mit Cladribin-Tabletten zu einer signifikanten Verringerung klinisch relevanter Schübe, des Fortschreitens der Behinderung und von Hirnläsionen sowie zu einem signifikanten Anstieg des Anteils schubfrei gebliebener Patienten führte.
Die Daten wurden heute erstmals im Rahmen einer wissenschaftlichen Konferenz als Vortrag über neueste Ergebnisse anlässlich der 61. Jahrestagung der Amerikanischen Akademie für Neurologie (AAN) in Seattle, USA, präsentiert.

"Alle primären und sekundären Endpunkte der CLARITY-Studie waren statistisch signifikant und belegen, dass sich die im Rahmen dieser Studie jährlich durchgeführte kurzzeitige Behandlung mit Cladribin-Tabletten hinsichtlich mehrerer wichtiger klinischer und mittels MRT-Scan erfasster Wirksamkeitsparameter als effektiv erwies", sagte Dr. Gavin Giovannoni, leitender Prüfarzt vom Institute of Cell and Molecular Science, Barts, und The London School of Medicine and Dentistry, Grossbritannien.

Die Ergebnisse aus beiden mit Cladribin-Tabletten behandelten Patientengruppen der Studie zeigten eine statistisch signifikante Verringerung der auf ein Jahr bezogenen Schubrate gegenüber Placebo (primärer Endpunkt). Bei den mit Cladribin-Tabletten in der niedrigeren Dosierung behandelten Patienten zeigte sich eine relative Verringerung der jährlichen Schubrate um 58 % gegenüber Placebo (0,14 gegenüber 0,33 für die Placebo-Gruppe; p<0,001). Bei den Patienten in der Gruppe mit der höheren Dosierung zeigte sich eine relative Verringerung der jährlichen Schubrate um 55% gegenüber Placebo (0,15 gegenüber 0,33; p<0,001).

Der Anteil der schubfrei gebliebenen Patienten (einer der sekundären Endpunkte der Studie) war in den mit Cladribin-Tabletten behandelten Patientengruppen signifikant höher als in der Placebo-Gruppe. Über die zweijährige Studiendauer zeigte sich bei 80% der mit der niedrigeren Dosierung behandelten Patienten und bei 79 % der mit der höheren Dosierung behandelten Patienten kein klinischer Schub gegenüber 61 % der Patienten aus der Placebo-Gruppe (p<0,001 für beide Dosierungen). Damit war das relative Risiko eines Schubs bei den mit Cladribin-Tabletten behandelten Patienten rund halb so gross wie bei den Patienten, die Placebo verabreicht bekamen.

Die Behandlung mit Cladribin-Tabletten führte im Verlauf der zweijährigen Studie zu einer Verringerung des Risikos eines weiteren Fortschreitens der Behinderung (einem weiteren sekundären Endpunkt) um mehr als 30 % im Verhältnis zu Placebo (niedrige Dosierung: relatives Risiko (engl. hazard ratio)=0,67; p=0,018; hohe Dosierung: relatives Risiko=0,69; p=0,026). Das Fortschreiten der Behinderung wurde anhand eines mindestens drei Monate anhaltenden Anstiegs von einem Punkt oder mehr auf der EDSS-Skala (Expanded Disability Status Scale) gemessen (oder anhand eines Anstiegs um mindestens 1,5 Punkte, wenn der EDSS-Anfangswert bei 0 lag; oder eines Anstiegs um 0,5 Punkte, wenn der EDSS-Anfangswert bei 5,0 oder grösser lag).

Es zeigten sich anhaltende und statistisch signifikante Verringerungen bei verschiedenen Typen von Hirnläsionen, die über vorab spezifizierte sekundäre Endpunkte mittels Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) gemessen wurden und mit den klinischen Ergebnissen übereinstimmten. Über die Studiendauer von zwei Jahren ergab sich für beide Dosierungsschemata von Cladribin-Tabletten eine statistisch signifikante Verringerung der mittleren Anzahl aktiver Gadolinium-anreichernder T1-Läsionen pro Studienteilnehmer und MRT-Scan, der mittleren Anzahl aktiver T2-Läsionen pro Studienteilnehmer und MRT-Scan sowie der mittleren Anzahl kombinierter einzelner Läsionen pro Studienteilnehmer und MRT-Scan um mindestens 70 % gegenüber Placebo. (Die Verringerungen lagen in einem Bereich von 73 % bis 88 %, abhängig von MRT-Messgrösse und Dosisgruppe; p<0,001 für jede dieser MRT-Messungen und beide Dosierungsschemata).

Die Häufigkeiten von Nebenwirkungen gemäß dem Organklassensystem des MedDRA (Medizinisches Wörterbuch für Aktivitäten im Rahmen der Arzneimittelzulassung) waren bei beiden mit Cladribin behandelten Gruppen den in der Placebo-Gruppe beobachteten vergleichbar. Zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen zählten Kopfschmerzen, Nasopharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege und Übelkeit. Lymphopenie, eine aufgrund des vermuteten Wirkmechanismus von Cladribin erwartete Nebenwirkung, trat in den mit Cladribin-Tabletten behandelten Patientengruppen häufiger auf (22 % bei niedriger Dosierung; 31 % bei hoher Dosierung; 2 % bei Placebo).

Gesamthäufigkeit von Infektionen und Anzahl der Neuerkrankungen war bei mit Cladribin-Tabletten und Placebo behandelten Patienten vergleichbar. Bei 2,3 % der mit Cladribin-Tabletten behandelten Patienten traten Herpes-zoster-Infektionen (Gürtelrose) auf. Diese Herpes-Infektionen waren auf die Haut beschränkt und sprachen entsprechend auf Behandlung an.

Bei mit Cladribin-Tabletten behandelten Patienten wurden im Verlauf der Studie vier maligne Tumoren beobachtet (Gebärmutterhals, Stadium 0; Melanom; Eierstöcke und Bauchspeicheldrüse). Zudem wurde bei einer mit Cladribin behandelten Patientin, die sechs Monate nach Abschluss der Studie schwanger wurde, in der 14. Schwangerschaftswoche ein Choriokarzinom gemeldet. Die aufgetretenen malignen Tumoren waren Einzelfälle, die unterschiedliche Organsysteme betrafen. Die gegenwärtig laufenden klinischen Studien mit Cladribin-Tabletten werden Daten aus grösseren Patientengruppen und über einen längeren Behandlungszeitraum liefern, um schlüssigere Informationen zu diesem Sicherheitsaspekt zu sammeln.

Merck Serono plant, Cladribin-Tabletten Mitte 2009 bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA und der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA zur Zulassung einzureichen.

(1) CLARITY: CLAdRIbine Tablets Treating MS OrallY

Quelle: Merck Serono

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Zuletzt geändert am: 30.04.2009