Rabattverträge sind ein falsches, ineffizientes, patientenfeindliches und unternehmensgefährdendes Instrument. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums haben die gesetzlichen Krankenkassen in
2008 rund 310 Millionen Euro aus vertraglich vereinbarten Rabatten mit Pharmaunternehmen erzielt. Das entspricht etwa 1 Prozent der GKVArzneimittelausgaben. „Für diesen bescheidenen Erfolg setzen die Krankenkassen zum einen die Sicherheit der Patienten aufs Spiel, zum anderen gefährden sie die wirtschaftliche Basis insbesondere von deutschen mittelständischen Unternehmen. Denn auch wenn Rabattverträge nicht das gewünschte Einsparpotential für die Kassen erbringen, schließen sie doch Unternehmen, die die Ausschreibung nicht gewinnen, vom Markt aus“ erklärte Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des BPI.
Nach den vorliegenden Zahlen entfällt etwa die Hälfte des Einsparvolumens auf die AOKen, die Ersatzkassen kommen danach auf ca. 30%. Kleinere Kassenarten generieren fast gar keine Einsparungen. Vor diesem Hintergrund ist auch der erheblichen Aufwand der Beteiligten kritisch zu sehen, denn von den 300 Millionen € müssen auch noch erhebliche Verwaltungskosten für diese Verträge abgezogen werden. “Die Zahlen machen deutlich, dass das Instrument schnellstens wieder abgeschafft gehört“ so Fahrenkamp. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner über 50jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 72.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel, der Homöopathie/Anthroposophie und Pharma-Dienstleister.