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   14.07.2009
Gesundheitspolitik    
 

Krankenstand in Deutschland sinkt weiter

Die Arbeitnehmer in Deutschland melden sich immer seltener krank - die Wirtschaftskrise könnte diesen langjährigen Trend nach Expertenansicht weiter beschleunigen. Im ersten Halbjahr 2009 lag der Krankenstand in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Schnitt bei 3,24 Prozent gemessen an den Arbeitnehmern, berichtete das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin.
1995 lag der Krankenstand noch bei 5,07 Prozent. Er sank seither mit kleineren Schwankungen kontinuierlich. «Der Trend geht zu einem relativ niedrigen Krankenstand», sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Das Ministerium bestätigte damit im Grundsatz einen Bericht der Zeitung «Die Welt», warnte aber vor falschen Schlüssen. «Ursachen-Forschung lässt sich mit diesen Zahlen nicht betreiben», sagte die Sprecherin. Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit, Joachim Möller, sagte der Zeitung: «In wirtschaftlichen Krisenzeiten sinken tendenziell die Krankenstände.» Arbeitsmarktexperten machten vor allem die Angst, in Krisenzeiten durch krankheitsbedingtes Fehlen den Arbeitsplatz zu gefährden, für die weiter sinkenden Fehlzeiten verantwortlich. Experten warnten vor verschleppten Krankheiten, berichtete das Blatt.

Laut Ministerium beziehen sich die Zahlen auf die Gesamtzahl der Arbeitnehmer und zeigen, wie viele GKV-Mitglieder sich zu einem Stichtag arbeitsunfähig meldeten. «Schlüsse auf eine Differenz zur Sollarbeitszeit oder auf die Zahl der Fehl-Arbeitstage pro Jahr lassen sich nicht ziehen», betonte das Ministerium. Dem Bericht zufolge fehlten die Arbeitnehmer hingegen im Schnitt 3,24 Prozent der Sollarbeitszeit, 2008 waren es 3,34 Prozent. Das sei der niedrigste Stand in einem ersten Halbjahr seit Einführung der Krankenstands-Statistik im Jahr 1970. Die Fehlzeiten entsprächen 3,5 Arbeitstagen.

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Zuletzt geändert am: 14.07.2009