Die FDP ist Befürchtungen entgegengetreten, es seien bei der Pflegeversicherung ein radikaler Wandel oder eine drastische Verteuerung zu erwarten. «Wir planen neben dem bisherigen Verfahren einen sachten Einstieg in die Kapitaldeckung», sagte der FDP-Pflegeexperte Heinz Lanfermann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Die derzeitige Umlagefinanzierung solle bleiben. Lanfermann verhandelte für die FDP in der zuständigen Koalitionsarbeitsgruppe für den Bereich Pflege.
Bei den erwogenen Pflicht-Pauschalen zulasten der Versicherten solle es sich nur um kleine Euro-Beträge handeln. «Es wären wenige Euro pro Monat», sagte Lanfermann. Den angepeilten Prämienmodellen bei Pflege und Gesundheit solle zudem ein Sozialausgleich an die Seite gestellt werden.
Eine Kapitalsäule in der Pflegeversicherung sei schon allein deshalb geplant, damit Leistungen künftig entsprechend der Inflation steigen könnten. Außerdem sollten Demenzkranke mehr Leistungen erhalten. Langfristig sollten die immer zahlreicheren Pflegebedürftigen bedacht werden können. «Das ist ein solider Schritt», sagte Lanfermann. Die Versicherten sollten durch einen so ausgestalteten Kapitalstock individuelle Ansprüche erhalten.