Neuer DPP4-Hemmer bei Typ-2-Diabetes: Blutzuckersenkung mit Hypoglykämieschutz und Gewichtsbremse
Drei zentrale Probleme gilt es bei der Therapie des Typ-2-Diabetes zu berücksichtigen: das Hypoglykämierisiko, die mögliche Gewichtszunahme unter bestimmten Antidiabetika und die progressive Natur der Erkrankung. DPP4-Hemmer wie das neue Saxagliptin könnte für alle drei eine Lösung bieten.
Spätestens mit dem vorzeitigen Abbruch der ACCORD-Studie (Action to Control Cardiovascular Risk in Diabetes) ist klar geworden, dass Hypoglykämien den Typ-2-Diabetiker nicht nur akut gefährden, sondern auch das Risiko kardiovaskulärer Komplikationen erhöhen, auch wenn noch nicht ganz klar ist, welche Patientengruppen hier besonders gefährdet sind. Da auch das Demenzrisiko mit jeder schweren Unterzuckerung steigt, sollte unbedingt darauf geachtet werden, Hypoglykämien so weit wie möglich zu vermeiden, betonte Prof. Wolfgang Schmidt, St. Josef-Hospital Bochum. Die DPP4-Hemmung erscheint hier als günstig, weil der Wirkmechanismus nur so lange greift, wie der Blutzucker erhöht ist - Hypoglykämien sind damit praktisch ausgeschlossen.
Auch in Sachen Gewichtszunahme machen DPP4-Hemmer keine Probleme, sie sind gewichtsneutral oder führen sogar zu einer leichten Gewichtsabnahme, wie sich auch in den klinischen Studien mit Saxagliptin wieder gezeigt hat. Ob die betazellprotektiven Effekte, die man in Tierversuchen gesehen hat, sich langfristig in einen Schutz vor der Diabetesprogression umsetzen, lässt sich noch nicht sicher beantworten – dazu werden Langzeitdaten benötigt, die naturgemäß noch nicht vorliegen.
Saxagliptin (Onglyza®) , das Anfang Oktober in Deutschland als erstem europäischen Lanf auf den Markt gekommen ist, hat sich in den klinischen Studien in Monotherapie wie auch in Kombination mit Metformin, Sulfonylharnstoffen und Glitazonen als vergleichbar effektiv erwiesen wie andere DPP4-Inhibitoren, berichtete Schmidt. Bei Ausgangswerten von 8 bis 8,5% kann mit einer HbA1c-Senkung von 0,8 bis 1 % gerechnet werden. Der neue Wirkstoff bietet wegen seiner lange Halbwertszeit und eines aktiven Metaboliten den Vorteil, dass er anders als die anderen DPP4-Hemmer nur einmal am Tag genommen werden muss.
Manuela Arand, Berlin (ara)
Quelle: Einführungspressekonferenz „Eine neue Perspektive für bekannte Herausforderungen in der Behandlung des Typ-2-Diabetes: Onglyza® - eine neue Therapieoption“, Berlin, 27. Oktober 2009, Veranstalter: Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca