Alzheimerforschungspreis 2010 für in-vivo Bildgebung der Amyloid-Plaque-Entstehung bei Mäusen
Zum fünften Mal in Folge hat die Hans und Ilse Breuer Stiftung den mit 100.000 Euro höchst dotierten Alzheimerforschungspreis in Deutschland verliehen. Anläßlich des 9. Eibsee Meetings wird Dr. Melanie Meyer-Lühmann für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Alzheimerforschung geehrt.Frau Dr. Meyer-Lühmann hat mit ihren Untersuchungen einen Durchbruch in der Alzheimer-Forschung erzielt, da sie ihre Untersuchungen am lebenden Gehirn einer Maus durchführen konnte. Mit dem Anbringen eines Glasfenster im Gehirn konnte über einen langen Zeitraum hinweg, die Entstehung von Plaque-Ablagerungen beobachtet werden.
Erst durch diese Beobachtungen können Medikamente gegen das Alzheimerplaque entwickelt werden, das meist Ursache für die Alzheimer-Erkrankung darstellt. Sie bekommt den Alzheimerforschungspreis 2010 für ihre Arbeit mit dem Titel: In vivo Imaging der Amyloid Plaque Entstehung.
Der 35-jährigen Biologin ist es gelungen, die Entstehung von Alzheimer bei Mäusen mittels modernster mikroskopischer Techniken sichtbar zu machen. Dafür bekamen die Mäuse ein Glasfenster implantiert, so dass am lebenden Gehirn untersucht werden konnte, wie sich dort Protein-Fragmente zu harten Alzheimer-Plaques ansammeln und verklumpen.
Meyer-Lühmann sei eine „Ausnahmewissenschaftlerin“, die „einen wichtigen Durchbruch in der Alzheimer-Forschung“ erzielt habe, so Professor Dr. Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität in München, in der seit Oktober 2008 auch Meyer-Lühmann als Emmy-Noether Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft tätig ist. Ihre bahnbrechende Arbeit sei für das Verständnis von Alzheimer und die Entwicklung entsprechender Medikamente von herausragender Bedeutung.
„Der Alzheimerforschungspreis setzt einen klaren Akzent, um auf die Notwendigkeit der Alzheimerforschung hinzuweisen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die Zahl der Betroffenen bis zur Mitte des Jahrhunderts mehr als verdoppeln wird“, erklärte Jürgen Lautz, Vorstand der Breuer Stiftung.
Alzheimer gilt bisher als nicht heilbar. Allein in Deutschland sind über eine Million Menschen betroffen. Die jährliche Verleihung des renommierten Forschungspreises auf dem Eibsee-Meeting, einem internationalen Alzheimer Kongress, ist ein wichtiger Baustein im weltweiten Kampf gegen die Krankheit. Mit dem Preis werden exzellente Forscher unterstützt, die zu entscheidenden Fortschritten in der Alzheimer-Forschung beitragen. http://www.biochemie.abi.med.lmu.de