Entzündliche Erkrankungen der Lunge wie Asthma oder COPD gehören zu den Zivilisationskrankheiten, die in den vergangenen Jahren stetig zugenommen haben. Trotz ihrer weiten Verbreitung weiß man nach wie vor eher wenig über die genauen Mechanismen von Krankheitsentstehung und -verlauf. Mit Tiermodellen und anderen Teststrategien erforschen die Wissenschaftler die Zusammenhänge. Doch nicht jedes Modell liefert verlässliche Aussagen: So kann es vorkommen, dass ein im Tierversuch hochwirksames Medikament beim Patienten versagt. Die zunehmende Entwicklung von hochspezifischen, nur im Menschen wirksamen Substanzen stellt die bisherigen, auf Tierversuchen basierenden Test-strategien in Frage und verlangt nach neuen Lösungen.
Über herkömmliche und alternative Forschungsmodelle diskutieren Experten aus Wissenschaft und Industrie am 22. und 23. Januar 2010 im Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM. Zur internationalen Tagung "Models of Asthma and COPD" werden rund 100 Teilnehmer erwartet. Auf dem Programm stehen auch neue therapeutische Angriffsziele und Technologien.
Asthma ist eine allergische Erkrankung der Atemwege, die mit chronischen Entzündungen einhergeht und immer wieder zu Atemnot führt. Weltweit leiden rund 300 Millionen Menschen an Asthma bronchiale. COPD (chronisch-obstruktive Bronchitis), auch bekannt als Raucherhusten, gehört zu den häufigsten Lungenerkrankungen und quält die Betroffenen mit Symptomen wie Husten, Atemnot oder Atemgeräuschen. Die Krankheit sollte möglichst frühzeitig behandelt werden, da sie sonst fortschreitet und das Lungengewebe nachhaltig zerstören kann.
Neben den herkömmlichen Tiermodellen werden mehr und mehr alternative Verfahren entwickelt. In frühen Entwicklungsphasen sind das oft In-vitro-Modelle mit humanen Zellen. In späteren Entwicklungsstadien werden klinische Studien mit geringen Wirkstoffmengen begrenzt auf den Ort der beabsichtigten Wirkung durchgeführt.
Das Tagungsprogramm finden Sie auf unter www.item.fraunhofer.de