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   14.01.2010
Gesundheitspolitik    
 

Hartmannbund: Blinder politischer Aktionismus der Landesregierung wird Ärztemangel noch verschärfen

Der Entwurf zum neuen Hochschulgesetz (NHG) der Landesregierung, wonach zukünftig jeder nach 3-jähriger Berufspraxis das mit seinem gelernten Beruf verwandte Fach studieren kann, wird den Ärztemangel in Niedersachsen noch weiter verschärfen, kritisierte der Landesvorsitzende des Hartmannbundes (HB), Dr. Bernd Lücke. Weder Realschulabschluss noch drei Jahre Berufsschule und schon gar nicht drei Jahre Berufserfahrung vermitteln die für das Medizinstudium zwingend erforderlichen naturwissenschaftlichen Grundlagen.


"Es ist zu befürchten, dass mindestens 50% derjenigen, die auf dieser Grundlage das Medizinstudium beginnen, dieses entweder abbrechen oder nicht bestehen. Das bedeutet noch weniger Ärzte!" so Lücke. Dass es sich hierbei lediglich um politischen Aktionismus handelt, beweist die Tatsache, dass im Jahr 2003 über 1000 Medizinstudenten an den niedersächsischen Universitäten das Studium aufgenommen haben und im Jahr 2008 nur noch 532 Medizinstudienplätze zur Verfügung standen. Anders als vom Ministerium dargestellt, gibt es nicht zu wenig Bewerber für das Studienfach Medizin; im Gegenteil, auf jeden Studienplatz kommen bis zu fünf Bewerber. Daher fordert der Hartmannbund Niedersachsen von der Landesregierung:

1. Die Zahl der Medizinstudienplätze an den niedersächsischen Universitäten wieder deutlich zu erhöhen, denn nur wer in Niedersachsen studiert, wird im Regelfall auch in Niedersachsen als Hausarzt tätig werden.

2. Die Situation von ärztlichen Berufsanfängern dringend zu verbessern. Wie die Zeitschrift „stern“ letzte Woche dargestellt hat, verdient ein Assistenzarzt heute nur 50 % dessen, was er 1990 verdiente: 14 EUR Stundenlohn für eine 60-Stunden-Woche mit Nacht- und Wochenenddiensten sind der allseits bekannte Grund dafür, dass 50% derjenigen, die ein Medizinstudium beginnen, nach erfolgreichem Abschluss des Studiums in einen anderen Beruf wechseln. "Wenn Herr Minister Stratmann mit diesem Gesetzentwurf tatsächlich die ärztliche Versorgung in Niedersachsen verbessern will, dann sollte er sich vor Augen führen, dass von 2003 bis 2010 mindestens 2.000 Ärzte weniger in Niedersachsen ausgebildet wurden als zwischen 1996 und 2003“ so Lücke in Hannover abschließend.

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Zuletzt geändert am: 14.01.2010