Derzeit arbeiten etwa 245 000 Menschen für die eher symbolische Bezahlung von 1 bis 2,50 Euro pro Stunde. Für schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose sollen die sogenannten Ein-Euro- Jobs im gemeinnützigen Bereich eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt sein. Hannelore Kraft, SPD-Spitzenkandidatin bei der nordrhein- westfälischen Landtagswahl im Mai, hat die Idee von freiwilliger Tätigkeit etwa in Sportvereinen oder Altenheimen neu belebt.
Die amtlich «Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung» genannten Zusatzjobs für «erwerbsfähige Hilfsbedürftige» ohne Beschäftigung sind seit 2005 im sogenannten Hartz-IV-Gesetz verankert. Die Arbeiten müssen zusätzlich, im öffentlichen Interesse und wettbewerbsneutral sein. Meist sind die Minijobs auf ein halbes Jahr befristet. Die «Aufwandsentschädigung» wird nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet. Sozialbeiträge werden nicht davon abgezogen, sondern von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt.
Die zeitliche Begrenzung hat gute Gründe. So wollte der Gesetzgeber etwa verhindern, dass dauerhafte und mit öffentlichem Geld geförderte Billigarbeit reguläre Beschäftigungsverhältnisse verdrängt. Gerade dies kritisierte der Bundesrechnungshof in einem Bericht aus dem Jahr 2008. Zudem brächten die Jobs «keine messbaren Integrationsfortschritte».
Jährlich nehmen etwa 700 000 Menschen einen Ein-Euro-Job an, vor allem bei Kommunen und Wohlfahrtsverbänden. Etwa ein Viertel aller Arbeitslosen in Ein-Euro-Jobs ist über 50 Jahre alt. Einen Schwerpunkt hat das Arbeitsmarktinstrument in Ostdeutschland, auch weil hier noch weniger reguläre Arbeit als im Westen angeboten wird.