Unzureichend behandelte Arthrosepatienten: weniger Schmerzen nach Umstellung auf Etoricoxib
Patienten mit Arthrose leiden häufig trotz ihrer analgetischen Therapie noch unter Gelenkschmerzen. Durch die Umstellung der Schmerzmedikation auf Etoricoxib (ARCOXIA®) ließen sich bei mehr als der Hälfte der Patienten der Arthroseschmerz reduzieren, die Gelenkfunktion verbessern und gleichzeitig gastrointestinale Beschwerden verringern. Damit stieg auch die Lebensqualität. Dies zeigt eine aktuell publizierte Studie, in der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Etoricoxib bei Arthrose unter Praxisbedingungen untersucht wurden. Patienten, die trotz ihrer bisherigen analgetischen Medikation unter Arthroseschmerzen litten, wurden direkt auf Etoricoxib umgestellt. 52 % der Patienten erreichten dadurch eine klinisch relevante Reduktion des Arthroseschmerzes um mehr als 30 %. Besonders profitierten Patienten mit mittleren bis starken Schmerzen. Solche Untersuchungen können den Stellenwert eines Medikaments im Praxisalltag unter Umständen besser abbilden als klinische Studien.
Der selektive COX-2-Inhibitor Etoricoxib ist in der Therapie der Arthrose etabliert. Doppelblinde, randomisierte, kontrollierte klinische Studien mit mehr als 14.000 Patienten dokumentieren die Überlegenheit gegenüber Placebo und eine mindestens vergleichbare Wirksamkeit gegenüber nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Diese Ergebnisse lassen sich allerdings nicht 1:1 auf Praxisbedingungen übertragen. Untersuchungen unter Praxisbedingungen können dazu beitragen, eine Standortbestimmung im Praxisalltag vorzunehmen.
Eine aktuelle multizentrische, prospektive, offene und einarmige Studie stellte deshalb Etoricoxib unter Praxisbedingungen auf den Prüfstand. Eingeschlossen wurden 500 Arthrosepatienten, überwiegend mit Kniegelenksarthrose (93 %), die mit verschiedenen NSARs, Metamizol oder auch Opioiden nicht zufriedenstellend behandelt waren, d. h. nach Einschätzung ihres Arztes trotz Behandlung Arthroseschmerzen von mindestens 40 mm auf der VAS (Visuelle Analogskala) hatten oder ihre bisherige Therapie aufgrund gastrointesinaler Nebenwirkungen nicht vertrugen. Wie im Praxisalltag üblich wurde die bisherige analgetische Therapie ohne Auswaschphase direkt auf Etoricoxib (1 x tgl. 60 mg) umgestellt. Die Patienten wurden über vier Wochen beobachtet.
Von der Umstellung auf Etoricoxib profitierte ein Großteil der Patienten. Mehr als die Hälfte (52 %) berichtete von einer ausgeprägten Besserung der Arthroseschmerzen. Sie erreichten den primären Endpunkt, definiert als eine mindestens 30%ige Schmerzreduktion beim Gehen auf ebener Fläche (bestimmt anhand des WOMAC1 Osteoarthritis-Index Q1). Besonders profitierten Patienten, die bei Einschluss in die Studie mittlere bis starke Schmerzen angaben (Ausgangswert auf der VAS ≥ 40 mm). Von ihnen erreichten 66 % den primären Endpunkt.
Der Nutzen der Umstellung spiegelte sich auch in den sekundären Endpunkten wider: Neben den Arthroseschmerzen (WOMAC Pain; BPI2) besserte sich auch die Gelenkfunktion (bestimmt anhand der WOMAC Steifigkeits- und Funktionsskala) und schmerzbedingte Beeinträchtigungen im Alltag gingen zurück. Damit erhöhten sich auch die Zufriedenheit der Patienten mit der Medikation (nach TSQM3) und die Lebensqualität. Die behandelnden Mediziner bewerteten den Therapieverlauf ebenfalls günstig.
Positiv entwickelte sich unter Etoricoxib zudem die Verträglichkeit der Schmerzmedikation. Der COX-2-Hemmer wurde von der Mehrzahl der Patienten gut vertragen. Häufigste Nebenwirkung waren periphere Ödeme (4 %). Gastrointestinale Beschwerden gingen erwartungsgemäß deutlich zurück und damit auch die Notwendigkeit einer gastroprotektiven Begleitmedikation, nämlich von 20 % auf 10 %.
1 Western Ontario McMaster Universities Index
2 Brief Pain Inventory
3 Treatment Satisfaction Questionnaire for Medication