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Bereits 1961 wurde in England erstmals eine äquimolare Mischung von Distickstoffmonoxid (N2O, „Lachgas“) und Sauerstoff (O2) erfolgreich in der Schmerztherapie eingesetzt. Das Gasgemisch wirkt sedativ-analgetisch, ist schnell und einfach anwendbar und wird nicht metabolisiert. Inzwischen gehört diese Fertigmischung in vielen angelsächsischen Ländern, aber auch in Frankreich und der Schweiz zum klinischen Alltag und wird dort u. a. bei kurzen, schmerzhaften Eingriffen eingesetzt.
Mit der Zulassung von LIVOPAN® im August 2008 steht dieses inhalative Schmerzmittel nun auch in Deutschland zur Verfügung. Inzwischen verfügen Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen über eigene Erfahrungen und berichten über ihre positiven Erfahrungen mit LIVOPAN® im klinischen Alltag.
Wenn Kinder eine Spritze sehen, haben sie schon Schmerzen
„Für Lokalanästhetika braucht man einfach eine Spritze. Doch allein, wenn die Kinder diese sehen, haben sie schon Schmerzen", so Dr. Georg Staubli vom Kinderspital Zürich. Demnach ist allein die inhalative Applikation von LIVOPAN® schon ein wesentlicher Fortschritt für die pädiatrische Schmerztherapie. Das Arzneimittel wird über eine Maske verabreicht, die sich der Patient selbständig vor Mund und Nase hält. Bei kleineren Patienten können Begleitpersonen dabei helfen. Für den mobilen
Einsatz werden eine 5- bzw. 10-Liter Aluminium-Druckgasflasche mit Fahrgestell angeboten, an die ein Demandventil (bedarfsgesteuerte Applikation) oder ein Dauerfluss-System (kontinuierliche Applikation) angeschlossen werden kann. Die lachgashaltige Abluft wird in beiden Fällen über einen speziellen Schlauch vom Arbeitsplatz weggeführt.
Sichere Methode für die Kinderchirurgie
Das gasförmige Fertigarzneimittel besticht durch seine einfache und sichere Handhabung, wie eine Anwendungsbeobachtung an der Klinik für Kinderchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld zeigte. Ausgewertet wurden mehr als 100 Patienten im Alter von 10 Monaten bis 15 Jahren, die das Gemisch bei verschiedenen kleinen und ambulanten, schmerzhaften Eingriffen erhielten. Nebenwirkungen waren selten. Lediglich in 5 Fällen konnte keine ausreichende Schmerzfreiheit erreicht werden, wobei in diesen Fällen die Indikation zu weit gestellt war. Insgesamt zeigte diese Studie laut Chefarzt Dr. Michael Barthel, dass LIVOPAN® „ein sehr sicheres Analgesieverfahren ist, das mit einer geringen Nebenwirkungsrate in der Kinderchirurgie gut eingesetzt werden kann und so eine Lücke in der analgetischen Medikation schließt.“
Auch aus dem Bereich der pädiatrischen Onkologie wurde über positive Erfahrungen mit LIVOPAN® berichtet. Gerade in der Onkologie sind häufig diagnostische und therapeutische Prozeduren erforderlich, die schmerzhaft und speziell für kleine Patienten oft angstbesetzt sind, so dass neben einer sicheren und praktikablen Analgesie meist auch eine Sedierung erforderlich ist. Intravenöse Analgosedierungen (z. B. mit Midazolam, Ketanest oder Propofol) sind für den Patienten mit einem relevanten Komplikationsrisiko und für das Behandlungsteam mit einem erheblichen Überwachungsaufwand verbunden. Die Inhalation einer fixen Kombination von 50 Prozent Distickstoffmonoxid mit 50 Prozent Sauerstoff bewirkt eine mittlere Analgesie ohne Bewusstseinsverlust oder Beeinträchtigung der Schutzreflexe. Nach Beendigung der Inhalation klingt die Wirkung innerhalb von wenigen Minuten wieder ab. Laut Dr. Till Dresbach, der in der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Zentrums für Kinderheilkunde an der Universitätsklinik Bonn Erfahrungen mit LIVOPAN® sammelte, ist die Analgosedierung mit dem Distickstoffmonoxid-/Sauerstoff-Gemisch bei „kurzzeitigen Eingriffen mittlerer Schmerzintensität eine sichere und effiziente Methode, wenn die Patienten die Maske tolerieren.“ Die atraumatische Applikation, der Wirkungseintritt innerhalb von nur 3 bis 5 Minuten und die geringe Nebenwirkungsrate führen aus seiner Sicht „zu einer sehr hohen Akzeptanz der Methode bei Patienten, Eltern und Personal.“ (1)
Eine Option für Nichtanästhesisten
Für Dr. Michael Kohl, Oberarzt für Kinderchirurgie in der DRK-Kinderklinik Siegen, kommt noch ein weiterer, wesentlicher Punkt hinzu, denn „durch das fixe Gasgemisch ist eine Fehldosierung nahezu ausgeschlossen.“ In seinen Augen ist „Lachgas ein alter Bekannter, dessen Eigenschaften – die positiven, wie die negativen – man sehr gut kennt, dessen Vorteile für die analgetische Anwendung aber bei weitem überwiegen.“ Der hohe O2-Anteil sorgt dabei für eine stets gleichbleibend gute Sauerstoffversorgung. Dass es sich bei der LIVOPAN®-Inhalation um eine sichere Methode handelt, belegt auch eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten (BDA). (2) Diese sehen in LIVOPAN® eine „Option für Nichtanästhesisten, die im Vergleich zu alternativen Verfahren keine erhöhte Komplikations- oder Nebenwirkungsrate aufweist.“
Quelle:
1. T. Dresbach et al.: Inhalative Analgesie mit Distickstoffmonoxid/Sauerstoff (50%:50%) in der pädiatrischen Onkologie, PO 106, DGKJ-Jahrestagung, Mannheim 2009.
2. Stellungnahme von BDA und DGAI zur Einführung von LIVOPAN® in Deutschland, Deutsches Ärzteblatt, 21.04.2009
Linde Gas
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