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   30.07.2010
Gesundheitspolitik    
 
Niedersächsische Ärzte sollen Kassen geprellt haben

Niedersächsische Ärzte sollen Salben, Spritzen, Verbandsmaterial und anderen «Sprechstundenbedarf» über die Krankenkassen abgerechnet haben – ohne dass die Sachen tatsächlich geliefert wurden. 50 beschuldigte Mediziner und ein Pharmahändler sollen so mehr als 1,2 Millionen Euro ergaunert haben. Die Schadenshöhe bestätigte die Staatsanwaltschaft Verden am Freitag nicht – grundsätzlich sei ein entsprechender Bericht des Radiosenders NDR Info über den Betrug jedoch korrekt.



Der Schaden werde derzeit von Sachverständigen geprüft, die Größenordnung könne jedoch passen. Die Anklagebehörde ermittelt gegen die Ärzte und den Händler wegen des Verdachts der Bestechlichkeit, Bestechung sowie des gewerbsmäßigen Betrugs. «Voraussichtlich 2011 soll das Verfahren abgeschlossen sein», sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Silke Streichsbier. Dann werde entschieden, ob Anklage erhoben wird.

Zum sogenannten Sprechstundenbedarf zählen Mittel, die der Arzt dem Patienten direkt in der Praxis verabreicht. Die unter anderem aus Hannover, Celle und Hameln stammenden Mediziner sollen dafür Blankorezepte ausgestellt haben, die der Großhändler aus der Nähe von Hannover ausfüllte und abrechnete. Die Produkte lieferte er aber nicht. Allein in Niedersachsen geben die Kassen dem NDR-Bericht zufolge jährlich 200 Millionen Euro für Sprechstundenbedarf aus.

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Zuletzt geändert am: 30.07.2010