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05.12.2011 |
Infos für Ärzte |
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BEST-Studie: neueste Daten zur Volkskrankheit Osteoporose
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Die ersten validen Daten zur Epidemiologie der Osteoporose in Deutschland stammen aus der BoneEVA-Studie, die Versicherte der Gmünder Ersatzkasse im Zeitraum 2000 bis 2003 erfasst hat (1). Schon aus diesen Daten geht eindeutig hervor, dass die Osteoporose eine Volkskrankheit ist, wie Prof. Dr. med. Peyman Hadji, Marburg, betonte. Laut der kürzlich vorgestellten Daten der BEST Studie auf der Basis von rund 330.000 Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) mit Osteoporose aus den Jahren 2006 bis 2009, sind derzeit rund 6,3 Millionen der über 50 Jahre alten Bundesbürger von der Knochenkrankheit Osteoporose betroffen.
Das entspricht rund jedem Fünften dieser Altersgruppe. Die Häufigkeit nimmt erheblich mit dem Alter zu: Bei den über 74-Jährigen ist es bereits mehr als jeder Dritte. Erheblich ist die Zahl der Osteoporose-Neuerkrankungen: Jährlich sind es in Deutschland unter den über 50-Jährigen rund 885.000 Menschen. Dies sind zwei Prozent dieser Altersgruppe.
Besonders schwerwiegend sind die Folgen einer Osteoporose, wenn es zu Brüchen vor allem des Schenkelhalses oder der Wirbelkörper kommt. Während der BEST-Studienzeit erlitten elf von 100 Osteoporose-Patienten innerhalb eines Jahres mindestens eine Fraktur. Obwohl sich die Versorgung mit Osteoporose - Medikamenten, die das Risiko für Knochenbrüche verringern, gegenüber der BoneEVA-Studie von 22 Prozent der Teilnehmer auf nunmehr 30 Prozent verbessert hat (2), erhalten selbst unter den Patienten mit ambulant oder stationär behandelter Fraktur nur 45 Prozent eine Osteoporose-spezifische Therapie. Ein Problem stellt zudem die fehlende Therapietreue dar: So nehmen 360 Tage nach Therapiebeginn nur noch ca. ein Viertel der Osteoporose-Patienten ihre verordneten Bisphosphonate ein, 75 Prozent dagegen haben die Therapie abgebrochen. Wesentlich besser stellt sich die Therapietreue lediglich bei der Einnahme von Parathormonen (PTH) dar.
Parathormon greift an vielen Schaltstellen an
Das Hauptziel der Osteoporosetherapie ist die Frakturprävention. Voraussetzung hierfür sind der Aufbau und der Erhalt stabiler Knochensubstanz. Vor allem bei Patienten mit hohem Frakturrisiko bildet die osteoanabole Therapie mit langkettigem, rekombinantem Parathormon (PTH 1–84, z.B. Preotact®) heute einen festen Baustein in der Osteoporosetherapie.
Die Regulation des Knochenanbaus und -abbaus läuft über zwei große Systeme, zum einen das RANK-Ligand-Osteoprotegerin-System, zum anderen das Sclerostin-System. Bei der Osteoporose verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen Osteoprotegerin (OPG) und RANK-Ligand in Richtung eines RANKL-Überschusses. Das Sclerostinsystem wird aktiviert. Dies führt dazu, dass Knochen abgebaut und die Regeneration gehemmt wird. Auch lokale Wachstumsfaktoren wie IGF-1 werden vermindert gebildet. Insgesamt steigt das Frakturrisiko.
PTH greift an vielen Stellen in beiden Systemen an und besitzt damit eine integrative und regenerative Rolle im Knochenstoffwechsel. Es stimuliert OPG und IGF-1 und hemmt Sclerostin. Unter allen Medikamenten, die uns zur Verfügung stehen, besitzt PTH die größte Potenz zur Knochenneubildung, erklärte Professor Dr. Franz Jakob, Würzburg.
Klinisch wirkt sich dies in einer Reduktion von Frakturrisiko und Schmerzen sowie einem Anstieg der Lebensqualität aus. So konnte in der TOP-Studie (Treatment of Osteoporosis with PTH) das Risiko für neue vertebrale Frakturen durch PTH (1-84) in 18 Monaten um 61 Prozent gesenkt werden (p= 0,001) (3).
Bei Patienten mit einem hochdynamischen Krankheitsprozess und sehr hohem Frakturrisiko macht es Sinn, die anabole Therapie primär einzusetzen. Allerdings bedarf es unbedingt einer antiresorptiven Anschlusstherapie, damit der neu gebildete Knochen nach Ende der anabolen Therapie nicht wieder verloren geht, sondern gut mineralisieren kann. Die gewonnene Knochendichte lässt sich z.B. durch Nachbehandlung mit Alendronat langfristig erhalten. (4)
Schnellere Heilung nach Fraktur
Frakturen heilen bei Patienten mit Osteoporose verzögert ab. Deshalb ist von großem Interesse, welche Rolle Osteoporose-Medikamente dabei spielen. Prof. Dr. med. Andreas Kurth, Mainz, konnte hier Entwarnung geben: Keine der spezifischen Substanzen wirkt sich negativ auf die Frakturheilung aus. Durch intermittierende PTH-Gabe kann die Heilung osteoporotischer Frakturen sogar beschleunigt werden. In experimentellen Studien ließ sich eine verstärkte Kallusbildung und höhere mechanische Stabilität feststellen. Auch in klinischen Studien heilten z.B. distale Radiusfrakturen bei postmenopausalen Frauen unter PTH-Gabe radiographisch rascher ab. Im Frakturbereich bildet sich mehr Knochengewebe anstelle von Bindegewebe. (5) Bei älteren Frauen mit Beckenfraktur und Osteoporose wurde eine schnellere Frakturheilung mit PTH gezeigt. (6) In den USA gehört diese Medikation deshalb bereits zum Standard der Frakturtherapie.
Versorgung mit Calcium und Vitamin D sicherstellen
Vitamin D steigert die Calcium-Resorption im Darm und die renale Rückresorption, fördert die Osteoblasten-Differenzierung und hemmt die PHT-Sekretion. Wieviel Calcium zugeführt werden muss, hängt deshalb von der Vitamin-D-Versorgung ab, erklärte PD Dr. med. habil. Stephan H. Scharla, Bad Reichenhall. Ein manifester Mangel liegt laut DVO-Leitlinie (7) vor, wenn die Konzentration von 25-OH-Vitamin D < 20 ng/ml beträgt. Ein Ausgleich des Vitamin-D-Defizits ist jedoch nicht nur für den Knochen wichtig, sondern vermittelt auch positive Effekte auf die neuromuskuläre Koordination und damit auf das Sturzrisiko. (8) Laut DVO-Leitlinie sollte individuell Calcium ergänzt werden, wenn die tägliche Zufuhr mit der Nahrung unter 1000 mg liegt; die Gesamtzufuhr sollte jedoch mit Blick auf mögliche kardiovaskuläre Risiken 1500 mg nicht übersteigen. Vitamin D3 sollte in einer Dosis von 800-2000 IE als Basistherapie bei Osteoporose zugeführt werden.
Über die Best-Studie:
Die Bone Evaluation Study (BEST) wurde vom IGES Institut in Kooperation mit dem Wissenschaftlichen Institut der Techniker Krankenkasse (TK) für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) erstellt. Sie beruht auf Daten von rund 330.000 TK-Versicherten mit Osteoporose aus den Jahren 2006 bis 2009, die auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet wurden. In die BEST-Studie wurden Versicherte über 50 Jahre eingeschlossen, für die mindestens einmal eine Osteoporose kodiert war (M80 oder M81), die wenigstens einmal ein osteoporosespezifisches Arzneimittel verordnet bekommen hatten oder mindestens eine osteoporosebedingte Fraktur erlitten hatten. Da es sich um Abrechnungsdaten aus dem Behandlungsalltag handelt, bietet die BEST-Studie ein reales Bild der Versorgungssituation. Sie wurde von den Unternehmen Amgen und Nycomed unterstützt.
Über Nycomed, ein Unternehmen der Takeda-Gruppe
Nycomed ist seit Ende September 2011 ein Unternehmen der Takeda-Gruppe. Takeda ist ein forschungsbasiertes globales Unternehmen mit Schwerpunkt auf Pharmazeutika. Das vereinigte Unternehmen verfügt über eine aktive Marktpräsenz in den therapeutischen Bereichen Stoffwechselerkrankungen, Gastroenterologie, Onkologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ZNS-Erkrankungen, Entzündungen und Immunstörungen, Atemwegserkrankungen und Schmerzmanagement.
Die traditionell starke Präsenz von Takeda in Nordamerika, Japan und dem Rest Asiens wird jetzt durch die Position von Nycomed in Europa und den schnell wachsenden Schwellenmärkten ergänzt. Das kombinierte Unternehmen ist in über 70 Ländern weltweit vertreten und lag beim Umsatz mit rezeptpflichtigen Medikamenten global auf Platz 12, in den BRIC-Ländern auf Platz 14 und in Europa auf Platz 18.
Literatur:
1 Häussler et al.: Deutsches Ärzteblatt 2006; 103(39): 2542-2548
2 Häussler B et al. (2007) Epidemiology, treatment and costs of osteoporosis in Germany.
The BoneEVA Study. Osteoporosis International, Vol. 18: 77-84
3 Greenspan SL et al.: Ann Intern Med 2007; 146: 326-329
4 Black DM et al.: N Engl J Med 2005; 353: 535-545
5 Aspenberg P et al.: JBMR 2010; 25( 2): 404–414
6 Peichl P et al.: J Bone Joint Surg Am 2011; 93(17): 1583-1587
7 DVO-Leitlinie 2009 zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Erwachsenen. Osteologie 2009; 18: 304-328
8 Bischoff-Ferrari HA et al.: BMJ 2009; 339: b3692
Quelle: Takeda-Nycomed
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Zuletzt geändert am: 05.12.2011 |
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