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   16.02.2012
Gesundheitspolitik    
 

Ärztepräsident: Anstieg bei Ärztefehlern nur statistisches Phänomen

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, zweifelt an der Aussagekraft einer offiziellen Statistik zu tödlichen Behandlungsfehlern und Mängeln an Medizinprodukten. «Eine voreilige Schlussfolgerung, dass Ärzte viele Fehler machen, ist falsch», sagte Montgomery am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Noch gefährlicher sei es, wenn man nun vom Trend ausgehe, tödliche Fehler hätten stark zugenommen. «Das ist lediglich ein statistisches Phänomen», sagte der Ärztepräsident.


Die Veränderungen rührten nicht zuletzt daher, dass es immer wieder Veränderungen bei der offiziellen Zuordnung von Diagnosen zu den einzelnen Patienten-Fällen gibt. Auf solchen sogenannten Kodierungen beruht die fragliche Statistik.

Montgomery bezog sich auf jüngste Angaben des Statistischen Bundesamts, nach denen die Zahl solcher Todesfälle binnen eines Jahres um mehrere hundert auf zuletzt 1634 stieg. «Jeder Mensch, der an einem Fehler stirbt, ist ein Mensch zu viel», betonte der Kammerpräsident. Die Kammer begrüße auch Versuche, statistisch Trends zu erkennen. Montgomery sagte aber: «Ob man eine Erfassung von Verstorbenen auf der Basis von Totenscheinen zur Grundlage einer Erfassung von Todesfällen durch Ärztefehler und mangelhafte Produkte machen kann - daran haben wir große Zweifel.»

Als Beispiele für Kritik an der Statistik nannte Montgomery Abstoßungsreaktionen bei der Transplantation eines Organs. «Das ist eine häufig auftretende, klassische Komplikation. Das Risiko wird vorher mitgeteilt, das ist das Kernproblem der Transplantation.»

Fälle wie ein Keimausbruch mit drei toten Frühchen in Bremen aus dem vergangenen Jahr und der Tod dreier Babys in der Mainzer Uniklinik 2010 zeigten zudem: «Mangelnde Desinfektion ist kein Arztfehler, sondern ein Strukturfehler.»

Montgomery riet besorgten Patienten und an dem Thema Interessierten, sich mit den Erkenntnissen der ärztlichen Schlichtungsstellen und Gutachterkommissionen zu befassen. «Da können wir keine Trendänderungen erkennen.»

So decke die norddeutsche Gutachterstelle 40 Prozent des Bundesgebiets ab. Montgomery: «Ihre Daten sagen, dass wir in 2009 dort 46 entsprechende Todesfälle zu verzeichnen hatten, 2010 waren es 41, und 2011 waren es 37 Todesfälle.» Es handele sich zwar nur um die Fälle auf Grundlage von Patientenbeschwerden - doch Tendenzen seien hier ablesbar.

Montgomery sagte zudem: «Man muss die Zahl der Todesfälle durch Ärztefehler im Verhältnis sehen zu den 17,8 Millionen Behandlungen in den Krankenhäusern im Jahr, die bundesweit durchgeführt werden.» Hinzu kommen mehrere hundert Millionen Patient-Arzt-Kontakte in der Praxis niedergelassener Ärzte.

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Zuletzt geändert am: 16.02.2012