Kinder verletzen sich am häufigsten bei Unfällen im Kindergarten oder in der Schule. Jährlich sind eine Million Kinder betroffen, wie Paul Rheinberger von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung am Montag in Berlin sagte. Hinzu kämen 700.000 Säuglinge und Kinder bis 14 Jahre, die sich bei Unfällen im Haus, in der Freizeit oder im Verkehr verletzen. «Eine unglaublich hohe Zahl», sagte Rheinberger. Die Entwicklung sei aber rückläufig.
Im Jahr 2010 mussten in Deutschland 200.000 Kinder aufgrund von Unfällen stationär behandelt werden – 273 Kinder kamen bei Unfällen ums Leben. Besonders häufig komme es bei Babys und Kindern bis zum fünften Lebensjahr zu Unfällen. Jedes Jahr verletzten sich 300.000 Kinder zu Hause – etwa bei Stürzen, Verbrennungen oder Vergiftungen.
Die meisten Unfälle im Haus ließen sich vermeiden, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann. Eltern müssten zwar darauf achten, den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder nicht einzuschränken. «Aber das Umfeld der Kinder muss so gestaltet werden, dass sie sich möglichst wenigen Unfallgefahren aussetzen», sagte Hartmann.
Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte, die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben gemeinsam neue Merkblätter erstellt, die Eltern helfen sollen.