Forscher der Oxford University in Großbritannien haben eine neue Entdeckung in der Genetik der Osteoarthritis gemacht. Dies wurde am 11. Juni auf dem EULAR-Kongress in Berlin mitgeteilt.
Es ist bekannt, dass ein großes erbliches Risiko besteht, Osteoarthritis (OA) zu entwickeln und dass viele Gene eine Rolle dabei spielen. OA tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Bisher wurde stets angenommen, dass die defekten Gene für die Gelenkstruktur verantwortlich seien. Dr. John Loughlin hat in seiner Studie jedoch herausgefunden, dass auch Gene beteiligt sind, die Zellsignale zur allgemeinen Versorgung von Knorpel und Knochen kodieren. Art und Umfang des Codes, der von der Zelle übermittelt wird, verändern die Prädisposition für die Krankheit.
Allein in Großbritannien leiden ca. 8 Millionen Menschen an OA, die sich in der Regel ab einem Alter von Ende 40 einstellt. Sie tritt vor allem in Knie, Hüfte, Hand, Wirbelsäule und den Großzehen-Gelenken auf. Die Symptome machen sich in der Regel erst in späteren Lebensabschnitten bemerkbar.
"Es hat uns überrascht zu sehen, dass die OA dynamischer ist, als wir zuvor angenommen hatten", sagte Dr. Loughlin. Das Wissen über die neu erkannten Gene und deren Risiken wirft neue Fragen auf. "Haben diese Patienten eine Krankheit, die sich langsam entwickelt und sich erst im hohen Alter manifestiert, oder demaskiert sie sich plötzlich?" fragte Dr. Loughlin.
Die Proteine, die von den Zellsignal-Genen codiert werden, haben nur eine kurze Lebensdauer und werden fortlaufend ersetzt. Dr. Loughlin ist zuversichtlich, dass es nun leichter fällt, die genetische Anormalität mit neuen Medikamenten zu bekämpfen. "Dies wäre ungleich schwerer, wenn das Risiko in den Genen läge, die für die Struktur verantwortlich sind, da deren Codes eine viel größere Lebensdauer aufweisen. Wir müssen nun die neuen Gendaten auswerten, um bessere Behandlungsmethoden entwickeln zu können", sagte er.