zur Startseite

 
  Do, 23.05.13 - 10:14
 Aktuelle Infos für Ärzte
 Gesundheitspolitik
 Schwerpunktthema
 Online CME
 Videofortbildung
 Praxismanagement
 Kongresskalender
 Archiv
 

Artikelselektion nach:
 Erweiterte Suche
 
 
 Praxis-Service
 Nützliche Links
 Newsletter-Abo
 Kontakt
 Download
 Datenschutz
 Impressum
 Home
   21.06.2004
Infos für Ärzte    
 

Nereninsuffizinez: Marker für Mortalität gefunden

Bei Männern ist das Hormon Relaxin ein Marker für die Sterblichkeit bei Dialysepatienten. Dabei gilt: Je höher die Konzentration des Hormons im Blut, desto wahrscheinlicher ist der Tod und zwar unabhängig von der Art der Niereninsuffizienz. Dies geht aus einer Untersuchung von Dr. Berthold Hocher und Mitarbeitern aus dem "Centrum für kardiovaskuläre Forschung" der Charité hervor.
Die Wissenschaftler konnten die Ergebnisse ihrer Forschung soeben in Circulation ([2004] Band 109, Seite 2266-2268) veröffentlichen. Sie gewannen ihre Erkenntnisse, indem sie den Verlauf der Erkrankung von 245 Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz, die keine akuten Gesundheitsprobleme hatten, über mehr als drei Jahre verfolgten. Der Nierenschaden der Patienten war am häufigsten durch Diabetes, durch Bluthochdruck und chronische Nierenentzündung bedingt, seltener auch durch genetisch bedingte Zysten an den Nieren und durch Schmerzmitteleinnahme verursacht.

Relaxin ist als sogenanntes Schwangerschaftshormon bei der Frau bekannt, es kommt bei Männern auch in geringen Mengen in der Prostata vor. Im Jahre 2001 erkannte die Arbeitsgruppe um Professor Karl Stangl aus der "Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie, Pulmologie und Angiologie" der Charité, dass Relaxin auch eine Bedeutung für das Herzkreislaufsystem hat. Das Signal zur Ausschüttung vermehrter Mengen von Relaxin ist die krankhaft gesteigerte Dehnung der Herzwand als Zeichen zunehmender Herzschwäche. Relaxin stimuliert dabei (über weitere Stoffwechselschritte) die Erweiterung der Herzkranzgefäße und vermehrt damit den Blutfluss. Dr. Hocher vermutet, dass die Erhöhung der Relaxinkonzentration ein Versuch des Organismus ist, zunehmend auftretenden Mangelfunktionen des Herzens entgegen zu wirken. Für die behandelnden Ärzte sollte daher eine hohe Relaxinkonzentration im Blut des Patienten ein starker Hinweis sein, auf dessen Herzprobleme zu achten.

Anders als bei Männern, zeigte sich bei Frauen der sichere lineare Zusammenhang zwischen Relaxinkonzentration und Sterblichkeit nicht. Die Gründe dafür sind unbekannt.

Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin

Beitrag bewerten (nach Schulnoten):
1 2 3 4 5 6
1 = sehr gut ... 6 = ungenügend
Stichwortsuche:
   Niereninsuffizienz>>
Weitere Artikel zu diesem Thema:
   Calcium-Gabe: Zweifelhafter Nutzen für die Allgemeinbevölkerung, negative Auswirkungen auf das Überleben chronisch nierenkranker Patienten (26.03.2013)
   Zulassungsantrag für PA21 in der Schweiz eingereicht (12.03.2013)
   Hyperphosphatämie: Kombinationspräparat aus Calciumacetat und Magnesiumcarbonat effektiv und kosteneffizient (29.10.2012)
   Niereninsuffizienz und kardiovaskuläre Pathophysiologie: Magnesium-Haushalt gezielt kontrollieren (04.10.2012)
   Typ-2-Diabetes: Sitagliptin für alle Stadien der Niereninsuffizienz zugelassen (01.03.2012)

Zuletzt geändert am: 21.06.2004