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   22.06.2004
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Apomorphin - effektive Therapieoption für die Spätphase des M. Parkinson

Die Parkinson’sche Erkrankung wird durch den Untergang Dopamin-produzierender Neuronen in der Substantia nigra, einem Teil der sog. Basalganglien, verursacht. Obwohl weitere, komplexere neurodegenerative Prozesse ebenfalls eine Rolle spielen, besteht die Therapie des M. Parkinson in erster Linie in einem Ersatz des Dopamins, um die Beweglichkeit der Patienten wieder zu gewährleisten. Die Behandlung mit L-Dopa, aus dem im Gehirn Dopamin entsteht, erfolgt in Tablettenform und gilt immer noch als der Goldstandard der Parkinson-Therapie. Während in der Frühphase der Erkrankung fast alle Symptome durch diese Therapie ausreichend und ohne Nebenwirkungen behandelt werden können, treten in der Spätphase, nach ca. acht bis zehn, manchmal auch 15 Jahren zunehmend Therapiekomplikationen auf.


Diese bestehen aus Schwankungen des Beweglichkeitszustandes des Patienten – manchmal innerhalb von Minuten – von Unbeweglichkeit (Akinese) zu Überbeweglichkeit (Dyskinesie) und werden als sog. „Wirkfluktuationen“ bezeichnet. Besonders unangenehm für die Patienten sind OFF-Phasen, in denen eine ausgeprägte Steifigkeit besteht, so dass es dem Patienten unmöglich wird, sich zu bewegen, etwa aufzustehen oder zu essen. Ursachen dieser Wirkfluktuationen sind eine Sensitivierung der Dopaminrezeptoren, an denen das zugeführte Dopamin wirkt, bedingt durch die pulsatile (stoßweise) Gabe über viele Jahre und eine Abnahme der Speicherfähigkeit für Dopamin in den verbliebenen dopaminergen Neuronen. Weiterhin spielen Resorptionsstörungen (Medikamentenaufnahme aus dem Darm bei Tablettenapplikation) eine nicht unerhebliche Rolle für Schwankungen des Medikamentenspiegels. Es ist deshalb erforderlich, eine gleichmäßige Therapie mit einem gleichmäßigen Medikamentenspiegel im Gehirn zu erreichen, um diese Schwankungen auszugleichen.

Apomorphin ist der wirksamste Dopaminrezeptoragonist, eine Substanz, die an der Dopaminbindungsstelle, dem sog. Dopaminrezeptor, wirkt. Es kann in flüssiger Form appliziert werden und steht deshalb für zwei Indikationen in der Spätphase zur Verfügung:
1. Zur Behandlung von plötzlich auftretenden OFF-Phasen (plötzlicher Unbeweglichkeit). Durch eine einmalige Injektion mit einer subkutan verabreichten Injektion Apomorphin in Spritzenform oder als Pen-Injektor wird innerhalb weniger Minuten wieder die meist vollständige Beweglichkeit des Patienten erreicht.
2. Zur kontinuierlichen Behandlung der Beweglichkeit und der Wirkschwankungen wird Apomorphin mittels eines Pumpensystems tagsüber subkutan appliziert und es werden damit gleichmäßige Medikamentenspiegel erreicht.

Zahlreiche Studien der letzten Jahre an Patienten im Spätstadium der Parkinson’schen Erkrankung mit Wirkfluktuationen haben gezeigt, dass durch die Gabe von Apomorphin eine signifikante Reduktion der OFF-Phasen erreicht werden kann. Dadurch ist es dann möglich, das oral zugeführte L-Dopa zu reduzieren und damit auch eine Verminderung der unangenehmen Überbewegungen (Dyskinesien) zu erreichen.

APO-go® ist das derzeit einzige für die Parkinson-Therapie zugelassene Apomorphin-Präparat und kann im Gegensatz zu anderen Präparaten auch ohne Kühlkettenpflicht gelagert werden. Es besteht eine optimierte Anwendung dank breitem Service- und Beratungsangebot seitens Licher Medizintechnologie und Cephalon. APO-go® ist in bedarfsgerechten Applikationsformen (Pen (3ml, 10mg/ml) und Ampullen (5ml, 10mg/ml) in Verbindung mit der Dosierpumpe Crono-APO-go) erhältlich. Eine ausführliche Einweisung des Patienten und/oder der Angehörigen zu Beginn der Therapie sowie eine Überwachung der Therapie mit der Dosierpumpe Crono-APO-go von geschultem Personal ist jedoch erforderlich.

Nebenwirkungen der Therapie sind in erster Linie Übelkeit, die in den ersten Tagen durch Domperidon, einem Antiemetikum, kupiert wird, im Verlauf der Therapie aber meist keine relevante Rolle mehr spielt. Halluzinationen, die bei der dopaminergen Therapie generell auftreten können, sind auch hier eine bekannte Nebenwirkung, die entsprechend therapiert werden kann. Sie sind meist dosisabhängig und limitieren allgemein die dopaminerge Behandlung der Parkinson-Patienten. Die einzig spezifische Nebenwirkung der subkutanen Apomorphin-Applikation besteht im Auftreten subkutaner Knötchen an der Einstichstelle, die bei einzelnen Patienten lokal problematisch werden können und die Verträglichkeit der Langzeittherapie damit herabsetzen.

Zusammenfassend ist die Behandlung mit APO-go® eine wirksame und sichere Therapie des M. Parkinson in der Spätphase, sowohl intermittierend zur Behandlung von OFF-Phasen als auch zur kontinuierlichen Applikation und kann insbesondere als Alternative zu chirurgischen Maßnahmen, der sog. Tiefenhirnstimulation, betrachtet werden, die nach heutigem Kenntnisstand nicht für alle Patienten die geeignete Behandlungsmethode darstellt.


Quelle: Pressekonferenz Cephalon, APO-go® - effektive Therapieoption für die Spätphase des M. Parkinson, 22. Juni 2004, München

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Zuletzt geändert am: 22.06.2004