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   08.07.2004
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Hormon gegen Fettleibigkeit: Neue Studie kann viel versprechende Resultate nicht wiederholen

Ein Wirkstoff gegen Fettleibigkeit, der bei seiner Entdeckung vor zwei Jahren als Durchbruch gefeiert worden war, muss neu bewertet werden. Scheinbar wirkt das Sättigungshormon PYY-3-36 doch nicht so, wie Mediziner und Pharmahersteller erhofft hatten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie einer internationalen Forschergruppe unter der Leitung von Matthias Tschöp vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung. Es war den Forschern nicht gelungen, die Erfolge der bahnbrechenden Studie von 2002 zu wiederholen.



Die ursprüngliche Studie kam zu dem Ergebnis, dass PYY 3-36 den Appetit zügelt und die Kalorienaufnahme verringert. Die Experten glaubten damals, einen idealen Wirkstoff zur Behandlung der Fettsucht gefunden zu haben. Doch die neue Studie, an der 15 unterschiedliche Forschungseinrichtungen und pharmazeutische Labors beteiligt waren, widerlegt diese Annahmen. PYY 3-36 konnte weder die Nahrungsaufnahme hemmen, noch kam es zu einer Gewichtsreduktion. Es trat sogar der gegenteilige Effekt ein, dass Tiere, die PYY 3-36 erhielten, mehr als die Tiere der Kontrollgruppe zunahmen. Sylvia Ortmann vom Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gab zu, die Experten wüssten nicht woran das liegt.

Allem Anschein nach ist der therapeutische Nutzen von PYY 3-36 -Präparaten beschränkt. Eine effektive Medizin gegen Fettsucht muss in verschiedenen Situationen Wirkung zeigen. Da das nach den neuesten Erkenntnissen nicht der Fall ist, wendet sich die Forschergruppe an Patienten, Ärzte sowie ihre Kollegen aus der Wissenschaft, die sich oft mit den schwierigen Fragen konfrontiert sehen, welches molekulare Ziel sie ins Visier nehmen sollen und mit welchen Wirkstoffen sie klinische Tests planen.

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Zuletzt geändert am: 08.07.2004