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   02.11.2004
Gesundheitspolitik    
 

Leukämiefälle an der Elbe: Kommission aus Protest zurückgetreten

Sechs von acht Mitgliedern der schleswig- holsteinischen Fachkommission zur Aufklärung der Ursachen gehäufter Leukämiefälle in der Elbmarsch sind aus Protest zurückgetreten. Sie warfen den Aufsichtsbehörden am Montag in Berlin eine «Verschleierungspolitik» vor. Die Landesbehörden hätten die Ursachenforschung nicht unterstützt und kritische Berichte unterschlagen, sagte der ehemalige Vorsitzende Otmar Wassermann. Die Regierung in Kiel wies die Vorwürfe zurück.
Die ehrenamtliche Fachkommission war 1992 vom Sozialministerium in Kiel eingesetzt worden. Die Ursachen für die gehäuften Blutkrebsfälle auf der niedersächsischem Seite der Elbe sind bis heute ungeklärt und umstritten. Im Verdacht stand zunächst vor allem das Atomkraftwerk Krümmel in Geesthacht. Im Jahr 2003 stellte ein Bremer Institut fest, dass die erhöhte Leukämiezahl nicht auf die Emissionen des Atomkraftwerks Krümmel zurückgehe.

Inzwischen führen die wissenschaftlichen Kommissionsmitglieder die gehäuften Blutkrebsfälle auf einen Atomunfall auf dem Gelände der Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt (GKSS) in Geesthacht zurück. Er gehe von illegalen Experimenten aus, sagte Wassermann. 1986 sei eine Laboreinrichtung auf dem Gelände abgebrannt. Diese Tatsache sei systematisch vertuscht worden. Die Lübecker Staatsanwaltschaft fand allerdings keine strahlenden Kernbrennstoffpartikel.

«Wir können die Vorwürfe nicht nachvollziehen», sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Kiel. Kaum ein anderes Gebiet sei so intensiv untersucht worden wie der genannte Bereich. Dennoch werde weiter nach den sehr vielfältigen Ursachenmöglichkeiten geforscht.

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Zuletzt geändert am: 02.11.2004