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   07.07.2005
Gesundheitspolitik    
 

Experte: Forschungsdefizite führen zu hohen Medikamentenkosten

Defizite bei der Arzneimittelforschung sind nach Expertenmeinung eine Ursache für die hohen Medikamentenpreise in Deutschland. Statt am Patienten orientiert zu forschen, habe die Pharmaindustrie in erster Linie nur die Zulassung des Medikaments und dessen Platzierung am Markt im Blick. «Es gibt in Deutschland zu wenig patientenrelevante Forschung», sagte der Kölner Wissenschaftler Prof. Peter Sawicki am Mittwoch am Rande einer Ärztefortbildung in Münster. Eine fundierte Forschung helfe, vermeintlich neue Medikamente von tatsächlich innovativen zu unterscheiden.


Einen Ausweg sieht Sawicki, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, im Umdenken der Pharmaunternehmen und auf politischer Ebene: «Es müssen mehr Anreize für die Hersteller geschaffen werden, die wirklich Neues schaffen.»

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte zuletzt Kassen, Ärzten und Apothekern eine Milliarden-Verschwendung mit unnötigen neuen Medikamenten vorgeworfen. Diese seien vielfach überteuert, aber nicht wirkungsvoller. Die Kassen ihrerseits machten die Pharmakonzerne für die Kostenexplosion mit verantwortlich, weil sie Scheininnovationen ohne therapeutischen Fortschritt auf den Markt brächten.

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Zuletzt geändert am: 07.07.2005