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   20.07.2005
Gesundheitspolitik    
 

Alternativer Weltgesundheitsbericht prangert Missstände an

Hunger und Krankheiten in weiten Teilen der Welt sind keine naturgegebenen Übel, sondern Folgen vermeidbarer Armut und einer falschen Gesundheitspolitik. Das ist die Kernaussage des ersten Alternativen Weltgesundheitsberichts, der an diesem Mittwoch im Rahmen der Alternativen Weltgesundheitsversammlung in Ecuador vorgestellt werden sollte.


An dem zweiten Treffen dieser Art, das am Dienstag in Cuenca begann, nehmen bis Freitag 850 ausländische und 600 Delegierte aus Ecuador teil. In dem weltweiten Netzwerk «people's health movement» haben sich regierungsunabhängige Organisationen zusammengeschlossen, die der Globalisierung in ihrer derzeitigen Form und der zunehmenden Kommerzialisierung des Gesundheitswesens ablehnend gegenüberstehen.

Obwohl es auf der Welt genügend Lebensmittel für alle Menschen gebe und auch die Wissenschaft enorme Fortschritte erzielt habe, sei das Ziel «Gesundheit für alle» in weiter Ferne, beklagt der Bericht, der im Internet bereits veröffentlicht wurde. Die Untersuchung habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Gründe für diese Missstände aufzuzeigen.

Armut infolge der Teilung der Welt in reich und arm, eine als unfair bezeichnete Globalisierung, fortschreitende Militarisierung und Kriege sowie Umweltzerstörung, Klimawandel und eine verfehlte Politik von Behörden und Gesundheitsorganisationen seien die Hauptgründe für Hunger und Krankheiten. Gegen diese Missstände müssten die sozialen Kräfte weltweit gestärkt werden und es bedürfe eines «Neuen globalen Gesundheitspaktes», steht in dem 360 Seiten starken Bericht.

Das People's Health Movement wurde im Dezember 2000 von 1600 Vertretern aus 93 Ländern in Bangladesch gegründet. Die Bewegung kämpft nach eigenen Angaben gegen Krankheiten und krankmachende Verhältnisse. Sie beruft sich auf die «Erklärung von Alma Ata», in der die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1978 die Basisgesundheitspflege weltweit zum Kern von Gesundheitspolitik machen wollte, mit dem Ziel «Gesundheit für Alle bis zum Jahr 2000».

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Zuletzt geändert am: 20.07.2005