Ministerium will schnellere Zulassung von Medikamenten
Medikamente sollen in Deutschland künftig schneller zugelassen werden. «Das stärkt den Pharmastandort Deutschland», sagte
der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder, am Donnerstag in Berlin. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sei umstrukturiert worden und habe effizientere Strukturen. Die Unternehmen sparten damit Zeit und Geld. Bei der Sicherheit der Arzneimittel soll es keine Abstriche geben: «Die Patientensicherheit bleibt oberstes Gebot», betonte Schröder.
Der Umbau ist aus Ministeriumssicht ein entscheidender Schritt, um aus der Bundesbehörde eine autonome «Deutsche Arzneimittel- und Medizinprodukteagentur» (DAMA) zu machen. Das Bundeskabinett hatte im April einen Gesetzentwurf zur Umwandlung in eine Anstalt des öffentlichen Rechts beschlossen. Damit will Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) die deutsche Arzneimittelzulassung wieder in eine Spitzenposition bringen. Derzeit stehe Deutschland auf Platz fünf hinter Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und Dänemark.
Die Pharmaindustrie kam im Jahr 2003 auf einen Umsatz von mehr als 23 Milliarden Euro, die Medizinprodukteindustrie erzielte mehr als 20 Milliarden Euro, sagte der kommissarische Institutsleiter Reinhard Kurth. Beide Branchen haben insgesamt fast 200 000 Beschäftigte. Das Bundesinstitut ließ 2004 fast 2500 Arzneimittel neu zu. Das Gesetz zur Errichtung der DAMA wird voraussichtlich nicht mehr in dieser Wahlperiode verabschiedet, wenn es zur Neuwahl des Bundestags kommt.