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29.07.2005 |
Gesundheitspolitik |
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Versorgungsvertrag: Bessere Versorgung bei rheumatoider Arthritis |
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Rechtzeitig zur Eröffnung der gemeinsamen Geschäftsräume der DAK und Hamburg Münchener Krankenkasse stellten die Kassen einen einmaligen Versorgungsvertrag vor. Patienten mit rheumatoider Arthritis sollen künftig in Nordrhein-Westfalen besser versorgt werden. Seit der Vertragsunterzeichnung, am Dienstag 26. Juli, bieten beide Kassen mit dem Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf und weiteren Partnern das neue Behandlungsprogramm an.
Der Rheumatologe Dr. Hans-Eckhard Langer von der Rheumatologischen Schwerpunktpraxis am Ev. Krankenhaus in Düsseldorf stellte die Bedeutung der rheumatoiden Arthritis heraus: „Unbehandelt oder unzureichend behandelt führt sie in kurzer Zeit zu einer fortschreitenden Zerstörung von Knochen und Gelenken und einer zunehmenden Behinderung mit tiefgreifenden Auswirkungen auf das tägliche Leben und die Lebensqualität. Bereits innerhalb der ersten Krankheitsjahre führen gravierende Beeinträchtigungen der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit bei einem Viertel der Patienten zu einer Frühberentung, nach 10 Jahren erreicht die Rate an krankheitsbe-dingten Berentungen mehr als 60%.
Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu einem Fortschreiten des Krankheitsbildes mit einer Ausweitung auf weitere Gelenke und zunehmenden Gelenkveränderungen. 10 Jahre nach Krankheitsbeginn sind 10% der Patienten schwer funktionsbeeinträchtigt, teilweise sogar rollstuhlabhängig. Die Häufigkeit einer rheumatoiden Arthritis beträgt in der erwachsenen Bevölkerung etwa 1%. Damit sind in Deutschland rund 800.000 Menschen von einer rheumatoiden Arthritis betroffen“.
Die Versicherten der Kassen werden im Rahmen des Ver-tragsmodells nach individuellen Erfordernissen diagnostisch und therapeutisch versorgt und dadurch die Behandlungs- und Lebensqualität verbessert. „Rechtzeitige diagnostische und the-rapeutische Maßnahmen sowie die Integration von ambulanter Behandlung, stationärer Behandlung und Rehabilitation stehen dabei im Mittelpunkt und werden individuell auf den Patienten abgestimmt“, erklärte Dr. Langer. „Gemeinsames Ziel ist es, rheumatoide Arthritis in einem frühestmöglichen Stadium zu diagnostizieren und durch rechtzeitige und wirksame Therapie die Behandlungsergebnisse entscheidend zu verbessern. Dazu wurde eigens für das Projekt ein integriertes Versorgungsma-nagement der rheumatoiden Arthritis entwickelt und im Therapieverlauf wirksam organisiert“.
Langer weiter: „Die vorherrschenden Versorgungsprobleme bei der Frühdiagnostik und rechtzeitigen Therapie der frühen rheumatoiden Arthritis können nur durch neue, innovative Versorgungsmodelle überwunden werden. Mit der Einrichtung der Früharthritis-Klinik am Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf gehen die Rheumatologische Schwerpunktpraxis am Evangeli-schen Krankenhaus Düsseldorf, das Krankenhaus und die be-teiligten zusammen mit der KV Consult der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein in einer gemeinsamen Initiative neue Wege. Diese sind heute vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen und dem Druck des medizinischen Fortschritts für eine leistungsfähige Rheumatologie der Zukunft dringend erforder-lich“.
Der Zugang zur Früharthritis-Klinik ist über die primär betreuen-den Ärzte geregelt (Hausärzte, Internisten, Orthopäden, Chirur-gen). Hier wird zugleich das Primär-Screening auf eine frühe Arthritis durchgeführt. Bei positivem Ergebnis erfolgt über einen Express-Zugang („fast track“) die Anmeldung und Aufnahme in der Früharthritis-Klinik. Dort kann nach einer differenzierten rheumatologischen Diagnostik unter Einschluss modernster Methoden in kürzestmöglicher Zeit mit einer adäquaten Therapie begonnen werden.
Bündelung von Kompetenzen
„Das Ziel der Kooperation zwischen der Hamburg Münchener Krankenkasse und der DAK ist es, Qualität und Wirtschaftlichkeit bei der Versorgung der Versicherten zu erhöhen und damit mehr Effizienz im Gesundheitswesen zu schaffen“, sagte Dieter Balzer, Vorstand der Hamburg Münchener Krankenkasse. „Durch die Kompetenzbündelung beider Kassen entstehen hier Möglichkeiten, qualitativ hochwertige und durch die größere Versichertenzahl sehr wirtschaftliche Versorgungsformen zu entwickeln. Aktuelles Beispiel ist das hier in Düsseldorf gemeinsam initiierte Projekt zur Verbesserung der Versorgung von Patienten mit früher rheumatoider Arthritis. Neben dem Düsseldorfer Evangelischen Krankenhaus beteiligen sich auch die KV Consult der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein sowie die rheumatologische Schwerpunktpraxis am Evangelischem Krankenhaus, was ein weiterer Beleg für die hohe Qualität dieses neu geschaffenen Versorgungsmodells ist“.
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Zuletzt geändert am: 29.07.2005 |
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