Der Ärztliche Beirat der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e. V. (DZG) hat genaue Definitionen der verschiedenen Verlaufsformen der Zöliakie vorgelegt, durch die eine Vereinheitlichung und Verbesserung der Patientenversorgung erreicht wird.
In Westeuropa leiden zwischen 1 und 5 Prozent der Bevölkerung an Zöliakie, auch Sprue oder Gluten-sensitive Enteropathie genannt. Zöliakie-Betroffene reagieren mit einer Entzündung der Darmschleimhaut auf das Klebereiweiß Gluten. Gluten führt zu einer Entzündung der Darmschleimhaut und die Darmzotten bilden sich zurück. Es können nicht mehr genügend Nährstoffe aufgenommen werden und Mangelerscheinungen treten auf. Diese Darmerkrankung ist hinsichtlich Verlaufsform und klinischem Erscheinungsbild sehr heterogen und deshalb schwer diagnostizierbar. Im Schnitt dauert es 11 Jahre bis die richtige Diagnose gestellt ist. Der Ärztliche Beirat der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG), die als Selbsthilfegruppe wichtige Anlaufstelle von Betroffenen ist, hat jetzt Definitionen und Therapieformen für die Zöliakie erarbeitet.
Die Diagnose der klassischen Zöliakie mit dem Vollbild der Erkrankung (Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen, und bei Kindern und Jugendlichen auch Gedeihstörungen und Kleinwuchs) bereitet keine Schwierigkeiten. Allerdings liegt nur bei 10 bis 20 Prozent der Betroffenen das typische Vollbild vor. Bei den nicht-klassischen Formen ist die Diagnose schwierig. Anhand der für die Zöliakie typischen Kriterien Beschwerdebild, Zöliakie-Serologie, Histologiebefund der Dünndarmschleimhaut sowie Normalisierung von Serologie und Beschwerdebild unter glutenfreier Ernährung unterscheidet der Ärztliche Beirat der DZG acht Zöliakie-Formen. Neben genauer Definition wird für jede Form eine Therapieempfehlung gegeben. Nicht jede Zöliakie-Form erfordert die strikte glutenfreie Diät, die eine Einschränkung der Lebensqualität darstellt. Eine ärztliche Überwachung wird jedoch in allen Fällen empfohlen. Die Beachtung und Anwendung der unterschiedlichen Definitionen helfen Ärzten und werden zu einer Vereinheitlichung und Verbesserung der Patientenversorgung führen.
Informationen über die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) unter www.dzg-online.de.