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Schlafstörungen - Natürliche Schlafhilfen

Bevor Sie zu Schlafmitteln greifen, sollten Sie unbedingt den einfachen und natürlichen Schlafhilfen eine Chance geben. Es gibt eine ganze Reihe von altbewährten Hausmitteln. Für jeden ist etwas dabei. Wichtig ist vor allem die regelmäßige Anwendung. Sie dürfen auch keine überzogenen Erwartungen haben. Anders als bei chemischen Schlafmitteln stellt sich die Wirkung oft erst allmählich ein. Also haben Sie etwas Geduld und geben Sie nicht gleich auf.

Wasseranwendungen

  •  Wechselfussbad: Manchmal hat es einen ganz einfachen Grund, weshalb man nicht einschlafen kann - zum Beispiel kalte Füsse. Abhilfe schafft das Wechselfussbad. Sie benötigen dafür zwei Fussbadewannen. Eine Wanne füllen Sie mit warmem Wasser (36 bis 38 °C, die zweite Wanne mit kaltem Wasser (ca. 18 °C). Füllen Sie beide Wannen jeweils knöcheltief. Stellen Sie beide Beine zuerst fünf Minuten in das warme Wasser und anschliessend für zehn Sekunden in das kalte Wasser. Dies wiederholen Sie zwei- bis dreimal. Danach Füsse abtrocknen und ins Bett legen. Die Füsse sollten dann angenehm warm sein.
  •  Wassertreten: Dies ist eine bekannte Kneipp`sche Anwendung, die Sie auch zuhause in der Badewanne durchführen können. Achten Sie aber auf eine rutschfeste Einlage in der Badewanne. Die Wanne wird mit kaltem Wasser (unter 18 °C gefüllt). Füllen sie so viel Wasser in die Wanne, dass es handbreit unterhalb der Knie reicht. Heben Sie immer abwechseln ein Bein aus dem Wasser. Brechen Sie die Anwendung aber sofort ab, wenn Sie zu frösteln beginnen.
  •  Ansteigendes Fussbad: Füllen Sie eine Fussbadewanne etwa knöcheltief mit warmem Wasser (ca. 35 °C) und giessen Sie vorsichtig (!) heisses Wasser nach, bis die Wassertemperatur 40 °C erreicht. Anwendungsdauer zehn Minuten.
  •  Wadenwickel: Ein kalter Wadenwickel von ungefähr 20 Minuten Dauer wirkt beruhigend und sorgt für besseren Schlaf. Sie benötigen dafür zwei Leinen-, zwei Baumwoll- und zwei Wolltücher. Die Wadenwickel werden im Liegen angelegt. Tauchen Sie Leinentücher in kaltes Wasser und wringen Sie sie gut aus. Sie werden hauteng um die Unterschenkel angelegt (zuerst am rechten, dann am linken Unterschenkel). Anschliessend werden das Baumwolltuch und dann das Wolltuch darüber gewickelt. Die Wadenwickel bleiben 20 Minuten liegen.

    Wichtig: Immer nur eine Wasseranwendung vornehmen und nicht zwei oder mehrere gleichzeitig!

Trockenbürsten:

Stabilisiert langfristig das vegetative Nervensystem und verbessert den Kreislauf. Diese Anwendung wird vor allem morgens durchgeführt. Sie brauchen dafür eine nicht zu harte Bürste aus Naturfasern oder einen "Rubbelhandschuh". Beides bekommen Sie in Reformhäusern. Es reicht aber auch schon ein festes, etwas rauhes Frotteehandtuch. Beginnen Sie am rechten Bein und bürsten Sie in Längsrichtung immer in Richtung Herzen - erst aussen, dann innen. Dann fahren Sie in gleicher Weise fort am linken Bein, danach die Arme an der Reihe - ebenfalls erst den rechten, dann den linken Arm bürsten. Schliesslich sind Brust, Bauch und Rücken an der Reihe. Am Körper wird kreisförmig in Richtung Herzen gebürstet. Eine Teilbürstung, bei der nur die Beine gebürstet werden, hat eine beruhigende Wirkung und eignet sich auch als Anwendung vor dem Schlafengehen.

Kräuterbäder:

Baldrian-, Melissen- und Lavendelbad wirken beruhigend und schlaffördernd. Entsprechende Badezusätze gibt es in Apotheken und Reformhäusern. Falls Sie abends ein warmes Kräuterbad nehmen, sollte noch eine zweite Person in der Nähe sein, da das Bad mitunter so entspannend wirkt, dass die Gefahr besteht in der Wanne einzuschlafen - besonders, wenn man übermüdet ist, weil man die Tage vorher so schlecht geschlafen hat.

Kräutertees:

Es gibt eine ganze Reihe von Heilpflanzen, die eine beruhigende, entspannende und schlaffördernde Wirkung haben. Baldrian, Hopfen, Melisse, Orangenblüten und Fenchel wirken beruhigend. Weissdorn dient zur Beruhigung des nervösen Herzens. Johanniskraut hilft, wenn depressive Verstimmungen die Ursache der Schlafstörungen sind. Kräutertees eignen sich auch sehr gut als zusätzliche Einschlafhilfe - z. B. zusätzlich zu Wasseranwendungen.

Abendspaziergang:

Mässige Bewegung macht müde und sorgt für einen geruhsamen Tagesaufklang. Suchen Sie sich für ihren Spaziergang eine ruhige Strasse. Gehen Sie jeden Abend etwa eine halbe Stunde spazieren, lassen Sie den Tag Revue passieren und überlegen Sie sich etwas Schönes. Schlechtes Wetter sollte kein Hinderungsgrund sein.